Wir sind am Samstag recht früh losgefahren, das Auto voll mit allen möglichen Sachen, Klamotten, Küchekiste, Kühlbox mit dem Inhalt unseres Kühlschranks, was man halt so braucht. Die Fahrt ging problemlos. Es ist ein bisschen nervig, sich um Paris herumzuschlängeln, außerdem ist der Sprit in Frankreich noch viel teurer als bei uns, zumindest in Autobahnnähe und in den kleinen Dörfern. Nach ca. 11 Stunden waren wir dann da. "Da" ist Carcans Maubuisson, das ist ein kleiner Ort an einem See, ca. 60 km von Bordeaux entfernt. Carcans Océan oder Carcans Plage ist ca. 4 km weit entfernt und liegt am Atlantik. Meine Kollegin hat dort zwei Ferienhäuschen, in jedem Ort eins. Sie hat die Ferien am Meer verbracht, sodass wir am See wohnen konnten, für kleines Geld. Das Haus war ganz niedlich. Unten gab es ein Bad und einen großen Wohnraum mit Küchenzeile (Spüle, Kühlschrank, zwei Herdplatten) und Schlafsofa, oben ein Schlafzimmer mit einem Doppelbett und eine Art Vorflur mit einem weiteren Schlafsofa. Theoretisch könnten da also sechs Leute pennen. Ausreichend Geschirr und Töpfe und sowas. Der Ort war an sich ganz niedlich, aber leider ziemlich verlassen. Die Saison endet Ende September, das heißt, es gab noch einen Mini-Lebensmittelladen, der allerdings kein Obst oder Gemüse hatte, einen Bäcker, einen Laden für Postkarten und Zeitungen und eine Pizzeria, die aber auch an den ersten drei Tagen der Woche geschlossen war. Tote Hose sozusagen. Aber dadurch eben auch sehr ruhig. Und wir hatten ja ein Haus mit Küche, von daher war das völlig in Ordnung. Sonntag sind wir dann nach Carcans Océan gelaufen. Sind so ca. 5km, es gibt einen wunderschönen Radweg durch den Wald.

Dort war dann noch totere Hose, aber eben ein wahnsinnig breiter und langer Sandstrand, war richtig schön.


Wir sind ein wenig am Strand entlang gegangen und haben dann zufällig meine Kollegin im Garten gesehen. Sie hat uns dann auf ein Wasser eingeladen und wir haben uns ein wenig erzählen lassen, was man in der Gegend alles so anstellen kann. Nach dem Rückweg war ich auch gut ausgelastet, was Bewegung angeht. Das Wetter war gut, leicht bewölkt, aber trocken.
Montag hat's dann geregnet wie aus Kübeln, den ganzen Vormittag. Wir sind dann in den nächsten Ort gefahren, auf der Suche nach einem Supermarkt, und haben den dann auch gefunden. Nachmittags haben wir es dann gewagt spazieren zu gehen. Es hat an sich die ganze Zeit getröpfelt, aber da es sehr warm dabei war, war das nicht so tragisch. Eigentlich wollten wir einen Rundweg am Kanal entlang machen, aber da wir schlauerweise die Beschreibung nicht dabei hatten und beide der Meinung waren, man müsse irgendwann rechts abbiegen, haben wir den Weg (der natürlich links abbog) nicht gefunden. War aber nett, so am Kanal entlang durchs Naturschutzgebiet.


Bloß blöd, dass der Weg einigermaßen sandig war, das war ganz schön anstrengend.

Abends sind wir dann noch eine kleine Runde durch den Wald am See entlang gegangen, Richtung Bombannes, nicht ganz bis da, weil es sonst unterwegs dunkel geworden wäre.

Der Hinweg war oben, auf einem schön ausgebauten Wanderweg, beim Rückweg waren wir abenteuerlustig und sind unten am See entlang gegangen. Zum Teil direkt am Wasser, zum Teil durchs Gestrüpp, über Bäume, unter Bäumen her, war aber tatsächlich als Wanderweg ausgewiesen, auch wenn's nicht immer so aussah.


Dienstag regnete es immer noch, also haben wir beschlossen, ein wenig mit dem Auto durch die Gegend zu fahren. Ein Ort am Meer im Regen, hätte im Sonnenschein viel mehr Spaß gemacht. Warm war es aber trotz des Regens. Pauillac, eher enttäuschend. Nachmittags kam dann aber die Sonne raus und es war richtig heiß. Wäre dann ideal gewesen, um an den Strand zu fahren, aber wir hatten keine Lust mehr und sind auf der Terrasse geblieben. Auch schön.

Mittwoch wollten wir dann eine lange Wanderung am Strand entlang machen, meine Kollegin hatte angeboten, uns in Lacanau (ca. 9 km entfernt) wieder abzuholen. Es regnete. Und regnete. Also haben wir nett im Haus gesessen und gelesen. Gegen Mittag wurde es dann heller und wir sind los. Die erste halbe Stunde noch im Regen, dann hörte es zum Glück langsam auf. Danach hat sie uns dann zum Essen eingeladen. War nett.



Donnerstag sind wir nach Bordeaux gefahren. Schöne Stadt, schöner Stadtkern, sehenswert. Besonders beeindruckend: der Wasserspiegel. Mal spiegelglatt, mal im Dunst.


An dem Tag war es natürlich wieder sonnig, war ja klar. Deshalb sind wir abends dann noch einmal nach Bombannes gegangen, dieses Mal bis ins "Zentrum". Bombannes ist keine Stadt, sondern eine Art Sportpark. Es gibt da Segel- und Surfschulen, Wasserski und sowas, Badminton, Tennis, Beachvolleyball, eine Kletterwand, einen sehr schönen Hochseilgarten und jede Menge mehr, leider alles von April bis September. Also haben wir bewundernd vor dem Hochseilgarten gestanden und uns geärgert, dass wir nicht direkt am Sonntag (30.9.) hingegangen sind, hätte ja sein können, dass da noch auf war. Klasse angelegt, weitläufig, gepflegt, richtig schön.

Freitag hat's dann nur noch geschüttet morgens, war bedeckt, wurde gar nicht mehr hell. Wir sind nochmal an den Strand gefahren, ein wenig da langgegangen, aber so richtig viel Spaß hat das nicht gemacht.


Irgendwie beruhigend, dass auch nicht alle Menschen alle Sprachen fehlerfrei beherrschen.
Ab Nachmittag war dann Land unter. Also haben wir Tee gekocht und gelesen.
Und Samstag früh dann gepackt, geputzt und ab nach Hause. Unterwegs war es bis kurz vor Paris total bedeckt und fast schon nebelig. Sehr angenehm zum Fahren.
War ein sehr erholsamer Urlaub, mit viel Ruhe und einigermaßen viel Bewegung. Joggen war ich nicht. Hatte kein Bedürfnis, nach 10 km Spaziergang oder einem Tag in Bordeaux ist mein Bewegungsdrang erschöpft.