Donnerstag, 27. September 2007

Das große schwarze Loch

Das sonst für Ferien übliche große schwarze Loch kommt nicht. Ist weg, ist ersatzlos gestrichen. Heute ist Donnerstag, die erste Ferienwoche ist fast vorbei und ich habe nicht einmal überlegen müssen, was ich mit meiner Zeit so anfangen soll. Sonntag waren wir eingeladen, ab Montag habe ich korrigiert und mir immer mal wieder Freiräume geschaffen, in denen ich lesen, spazieren gehen oder laufen konnte, oder meinen Gedanken nachgehen. Ich genieße es ausschlafen zu können, habe wohl auch einiges an Schlaf nachzuholen. Und habe, im Gegensatz zu den Sommerferien, auch reichlich für die Schule zu tun. Zwei Stapel Klausuren sind fertig, morgen dann noch die 8er-Englischarbeiten und dann kann die Erholung kommen.

Mich hat heute auch nicht sonderlich gestört, dass es ununterbrochen geregnet hat. Es korrigiert sich irgendwie besser, wenn es schüttet wie aus Eimern und einen nicht viel nach draußen zieht. Aber ich war ja zum Laufen verabredet, und wir sind ja nicht aus Zucker, und überhaupt kann man ja nicht direkt nach dem Anfang schon wieder aufhören. Nach der kleinen Runde war ich bis auf die Haut nass, mir war kalt und ich hätte nicht noch mehr Kilometer dranhängen mögen. Andererseits hat es was, so fast alleine durch den Wald zu laufen (uns sind nur noch vier andere Läufer/innen begegnet, an schönen Tages wimmelt es nur so von Läufern, Spaziergängern aller Altersklassen, Hunden, Ponys, Radfahrern…), und es hat was, sich bei dem usseligen Wetter aufzuraffen. Aber Romeo spinnt, der ist den ganzen Tag schon lila, was so viel heißt wie wechselhaftes Wetter. Quietschrosa müsste der sein, bei dem Dauerregen. Wechselhaft, dass ich nicht lache. Noch nicht einmal die Intensität des Regens hat sich verändert.

Eckdaten des Laufs: 52.02, HF 166, 6,3 km, 8:15er-Schnitt. Damit komme ich bisher auf 13 Wochenkilometer. Yeah! Mal sehen, was nächste Woche geht, wenn wir in Frankreich sind. Ich werde die Laufklamotten mal auf jeden Fall einpacken.

Dienstag, 25. September 2007

Immer wieder neu anfangen (II)

Eigentlich wollte ich ja schon gestern wieder laufen gehen. Aber da ich vorgestern Abend nett zum Essen eingeladen war und ganz furchtbar versumpft bin, habe ich das dann doch gelassen und bin nur spazieren gegangen. 6 Klausuren korrigiert habe ich auch noch.

Heute Morgen habe ich dann Unterricht vorbereitet. Hat ewig gedauert, ist aber gut geworden, denke ich. Mochte nicht korrigieren, also bin ich laufen gegangen. Ähnlich wie letzte Woche war ich ganz langsam aber mit hoher Anstrengung unterwegs. Noch macht es keinen Spaß. Aber es tat gut mal wieder frische Luft zu tanken und das Gefühl zu haben einen Neuanfang gemacht zu haben. Und ich denke, dass es jetzt mit jedem Lauf wieder aufwärts geht und ich mich irgendwann wieder an längere Strecken wagen kann. Und auch mal wieder etwas schneller vorankomme. Ich muss nur dranbleiben. Das würde auch meinem Gewicht ganz gut tun. Als ich aus Italien wiederkam, bin ich fast vor Schreck von der Waage gefallen. Das Gewicht heute (72,4 kg) ist realistischer, aber immer noch weit über der Schmerzgrenze. Also weniger essen und mehr bewegen! Hört sich ganz einfach an…

Eckdaten des Laufs: 56:44, HF 166, ca. 6,7 km, 8:33er Schnitt. Bin ich nicht stolz drauf, aber es geht gerade nicht schneller.

Sonntag, 23. September 2007

Romeo ist blau

Ich habe einen Wetterstein geschenkt gekriegt, von drei Schülerinnen. In der Form von Romeo und Julia. Und wenn der blau ist, scheint die Sonne. Oder wenn die Sonne scheint, ist er blau, ich weiß nicht, ob das Teil irgendwelche Fähigkeiten hat in die Zukunft zu sehen. Jedenfalls ist er blau heute. Und die Sonne scheint.

Unsere Klassenfahrt war eigentlich sehr schön, wenn der letzte Abend nicht gewesen wäre. Klassenfahrt in Stichworten:

Sonntagabend los, Montagmittag da. Nudeln, Sonne, Wasser. Nachts nur Krach durch Gewitter, Schüler brav.

Dienstag Tour an der Küste nach Malcesine. Schön, viel zu gucken hatte. Danach Sirmione, auch total nett. Pizza, Eis. Stress mit Kollegen. Doof das. Ab 1.00 Ruhe, Schüler wieder brav (oder unauffällig).


Mittwoch Venedig. Perfektes Wetter. Schön. Kollege wieder ansprechbar. Nachts wieder nix Auffälliges passiert.

Donnerstag Verona. Shoppen mit Kollegin aus Parallelklasse. Pizza. Richtig schön. Nachmittag Freizeit. Versucht zu lesen, aber immer Besuch von Schülern, auch nett. Kollege hatte wieder schlechte Laune. Ab 20.00 leider Katastrophe: 3 Fälle von Alkoholmissbrauch (Wodka), Wirkung stieg umgekehrt proportional zum Körpergewicht. Für die leichteste Krankenwagen gerufen. Kollege bei ihr im Krankenhaus übernachtet. Die anderen mehr oder weniger aufgeregt. Ich hilflos im Umgang mit Alkohol. Schüler klasse, die einen haben sich gekümmert, die anderen saubergemacht. Gute Nachricht aus dem KH, alles soweit OK, Kind schläft. Nix Schlimmes passiert. Trotzdem nicht geschlafen.

Freitag Gardaland. Vorher Abnahme der Bungalows, alles OK: Gardaland toll für die Kids, ich war fertig. Ernstes Wort mit den drei Mädels. Die fitter als ich (unfair!).

Rückfahrt schneller (14 Stunden), ich habe fast durchgepennt.

Fazit: bis auf letzten Abend und Stress mit Kollegen eine sehr schöne Fahrt.

Hier ist zum Glück auch wunderbares Wetter. Und nach einer Nacht im eigenen Bett bin ich auch wieder fit. Habe sogar schon drei Klausuren nachgeschaut und die Wohnung geputzt.

Sonntag, 16. September 2007

Kraft tanken

Ich nutze diesen Tag um noch einmal Kraft zu tanken vor der Klassenfahrt. Ich habe kurz überlegt, ob ich noch einen Korrekturmarathon hinlege und mich dagegen entschieden. Ich denke, ich sollte entspannt und ausgeruht losfahren, das wird noch stressig genug. Und danach habe ich zwei Wochen Ferien, eine zum Arbeiten und eine zum Wegfahren. Und wenn alle Stricke reißen, nehme ich halt was mit und arbeite jeden Tag zwei Stunden daran.

Also habe ich heute schön ausgeschlafen und bin dann mit meiner Laufpartnerin eine kleine Runde gelaufen. Ich versuche gerade die Runde, die ich bei runningahead erstellt habe als Bild einzufügen, aber das klappt nicht, irgendwie bin ich zu blöd dazu. Egal, es waren jedenfalls knapp 7 km in 57 Minuten. Langsam, aber von der Herzfrequenz her gerade so noch in Ordnung. Wundert mich jetzt auch nicht wirklich, weil ich ja wirklich seit Wochen nicht laufen konnte und ich durch das dauernde Kranksein ganz schön Kraftgelassen habe. War aber trotzdem ein schöner Lauf, weil einfach herrliches Laufwetter war, sonnig, bisschen windig, aber weder zu warm noch zu kalt. Richtig genial!

Samstag, 15. September 2007

Immer wieder neu anfangen

Ich war dann heute beim Doc, Ergebnisse abholen. Die gute Nachricht ist, dass ich keine fiesen Krankheiten habe, keine Leukämie oder Ähnliches, kein Pfeiffersches Drüsenfieber. Die Leberwerte sind in Ordnung, die Eisenwerte auch, das hat mich schon einmal ziemlich erleichtert. Es war allerdings auch zu erkennen, dass ich noch nicht 100%ig gesund bin. Irgendwelche Blutkörperchen waren zu wenig, dafür andere zu viel (ich konnte mir die genauen Namen nicht merken), der Blutsenkungswert war noch nicht ganz OK, alles deutet darauf hin, dass ich einen Infekt durchgemacht und noch nicht 100%ig überstanden habe. Dauert bei mir im Moment halt alles etwas länger. Die Werte sind aber so gut, dass ich die offizielle ärztliche Erlaubnis habe wieder Sport zu machen. Yeah! Langsam anfangen, ist klar, nicht überfordern, aber durchaus bewegen.

Habe ich das gestern also intuitiv richtig gemacht. Gestern war schönes Wetter, und meine Freundin und ich hatten uns vorgenommen, freitags regelmäßig nach der Schule irgendwie Sport zu machen. Also haben wir gestern die Inliner ins Auto gepackt und eine Runde um den Blausteinsee gedreht (das sind ca. 10 km, relativ gut asphaltierte Feldwege, kaum Steigungen oder Gefälle). Nach der Runde war ich gut KO, aber es tat auch richtig gut, sich mal wieder bewegt zu haben. Das Tempo war optimal, wir konnten uns locker unterhalten (und wenn ich schneller fahre, kriege ich auch Angst, dass ich nicht rechtzeitig wieder anhalten kann, falls mir ein Trecker entgegenkommt oder der Weg eine scharfe Kurve macht. Ich habe mich allerdings gefragt, warum eine Frau denselben Weg (eigentlich für den normalen Verkehr gesperrt) auf einer Art Rasenmäher zurücklegte. Sie tuckerte da so lang und ein Mann in einem dicken BMW tuckerte hinterher (wir haben die beiden locker überholt). Etwas später, als wir au dem Rückweg waren, joggte sie neben ihrem Gefährt her (ich konnte nicht sehen, ob das von selbst fuhr oder sie es schieben musste) und von dem BMW war nichts mehr zu sehen. Warum tut man so was?

Heute werde ich gemütlich in die Stadt gehen, noch ein paar Dinge für die Klassenfahrt besorgen und vielleicht noch ein bisschen korrigieren. Morgen gemütlich meine Tasche packen, und abends geht’s dann los Richtung Bella Italia. Und wenn ich wiederkomme (oder vielleicht auch schon da) werde ich mal testen, ob ich noch laufen kann oder ob meine Kondition nach der langen Zwangspause völlig weg ist.

Mittwoch, 12. September 2007

Der Herbst ist da

Die Blätter fliegen durch die Gegend, es ist früher dunkel, es ist kühl. Ab und zu regnet es und ich könnte mich für den Winterschlaf bereit machen. Schön Winterspeck anfressen und dann in eine Decke wickeln und im Bett bleiben. Dazu passt auch, dass ich irgendwie dauermüde bin.

Ich bin in den letzten beiden Tagen kaum dazu gekommen etwas aufzuschreiben. Montag war Chaos pur in der Schule. Musste zwei Kurse gleichzeitig betreuen, dann stellte sich auch noch heraus, dass unser Druckauftrag für den Methodentag nur halb erledigt war. Also habe ich noch zwei Stunden am Kopierer verpasst. Dadurch meinen Arzttermin verpasst. Danach zwei Stunden am Telefon gehangen, Termine gemacht für Praktikumsbesuche. Die ersten beiden habe ich Montag geschafft. War zum ersten Mal in meinem Leben in einer Maschinenbau-Fabrik. Hat was. Danach in einer Art Werbeagentur. Auch nett. Den Praktikanten gefällt es.

Dienstag war Methodentag, in 4 von 6 Jahrgangsstufen. Irre aufregend, wenn Lehrer in 21 Klassen das unterrichten, was ich (mit ein, zwei anderen Kollegen zusammen) vorbereitet habe. Ich habe in der 5 ausgeholfen und hatte Spaß. Ist aber schon ganz was anderes als mit meinen 10ern, die im Vergleich fast schon erwachsen sind. Die Auswertung des Tages fand im Anschluss statt, unsere Schulleitung hatte für Brötchen und Kaffee gesorgt. Das fand ich schön, zumal die Rückmeldungen insgesamt auch positiv waren und die Kritik konstruktiv. Nachmittags wieder Praktikumsbesuche. Dieses Mal bei einem Bauunternehmer, einer Computerfirma, einer Fahrradwerkstatt und einem Tierarzt. Habe ein Ultraschallbild von einem Hunde-Embryo gesehen. Cool! Abends war ich platt.

Heute dann wieder Arzttermin. Immer noch nicht besser, so langsam treibe ich meine Ärztin und mich selbst zur Verzweiflung. Vielleicht tut es ja der Klimawechsel nächste Woche. Ich habe aber ein bisschen was an Blut dagelassen für ein Blutbild. Besser ist das. Dann den Methodentag ausgewertet, bis gerade Praktikanten besucht (Buswerkstatt und Reha-Klinik). So langsam reicht es. Ist ja ganz schön, mal ein bisschen rumzukommen, ist auch ganz schön, die Schüler mal in anderem Umfeld zu erleben, aber die Fahrerei nervt und ich müsste eigentlich dringend korrigieren.

Ach ja, ich habe jetzt auch ein Foto von mir auf dem Seil. Ich weiß echt nicht mehr, wie ich da wieder rausgekommen bin.

Samstag, 8. September 2007

High

Freitag und Samstag

Gedankenschnipsel vom Lehrerausflug. War klasse, genauso witzig wie letztes Jahr, stellenweise sogar besser. Mit Navi (ich nenne sie mal Uschi) Station 1 (Tonys Landgasthof) gut gefunden. Der Service war eine Katastrophe, nach etwa einer Stunde hatten wir das erste Getränk und mussten uns mit dem Essen echt beeilen. Stimmung trotzdem gut, da im Partymobil auf dem Weg dahin schon ein wenig Alkohol konsumiert wurde (von den Beifahrern, versteht sich). Über Schülerscherze gekichert (was man mit Kondomen alles machen kann), über alles Mögliche gequatscht. Kollegium teilt sich, ein Drittel geht klettern, ein Drittel in der Stadt lustwandeln und ein Drittel Schlauchboot fahren. Weg zur Station 2 endete im Feld. Uschi die Entlassung angedroht (sie weigerte sich standhaft eine neue Route zu berechnen und wollte immer wenden), echte Menschen nach dem Weg gefragt. Else (die Uschi eines Kollegen) hatte richtig gelotst. Blaue Lagune gefunden. http://www.blaue-lagune.de/ Sehr schön da. Irgendwann hatte auch der letzte Kollege (seine Uschi war noch unfähiger) den Weg gefunden und das Abenteuer Hochseilgarten konnte beginnen. Wir sind alle Routen gegangen. War klasse, anders als letztes Jahr, weil man sich nicht selbst umklinken musste, dafür waren die Strecken schwieriger. Am Einstieg zur schwarzen Route (das ist die Schwierigste) wäre ich fast gescheitert. (Das auf dem Bild bin ich nicht, das habe ich von der Homepage genommen.)

Ich hatte versucht, nicht auf einem Seil, sondern auf beiden die Beine zu haben, bin abgerutscht und hing dann in den Seilen. Hat ganz schön wehgetan und richtig viel Kraft gekostet, da wieder herauszukommen. Kann jetzt stolz ca. 4 fette Prellungen zur Schau stellen. Der Rest war dann aber ganz gut zu bewältigen. Dann: Mutsprung. Aus ca. 16 m Höhe einfach einen Schritt ins Leere machen. Ich hatte Schiss. So richtig. Irgendwo raufklettern: kein Problem, aber runterkommen geht gar nicht gut. Gruppendruck, man will sich keine Blöße geben, also Herz in die Hand und los. Kreischen erleichtert. Adrenalin pur. Danach noch ein Versuch in der Kletterwand. Mit Kaffee gestärkt. Fazit: Natur pur, Bewegung an der frischen Luft. Klasse! Weg zu Station 3 in Kolonne, da Uschi immer noch misstrauisch beäugt wird. Kollege mit Else fährt vor. Biegt links ab, Uschi will geradeaus. Wir geben ihr eine letzte Chance und erfahren damit einen Vorsprung von 1 Minute. Uschis Ruf rehabilitiert. Krass Kulturschock: Cosmic Bowling. Schluss mit lustig, statt Natur pur laute Musik, künstliches Licht, Kindergeburtstage auf Bowlingbahnen. Kollegium wieder vereint. Bowling trotzdem spaßig. Bahn stabil, widersteht plumpsenden Kugeln. Nach einer Stunde war die Zeit abgelaufen. Pflichtteil beendet, ab da freiwillige Belustigung. Auf zur letzten Etappe: unser Hotel. Uschi zuverlässig, außerdem helfen Ortskenntnisse (da fahre ich immer vorbei, wenn ich meine Eltern besuche). Klasse Kellnerin, sehr witzig, sehr schlagfertig (zu Chef: wollen Sie jetzt endlich ‚ne Runde geben oder was?“). Klasse Essen. Gute Stimmung, mittlerweile doch recht feucht-fröhlich. Kollegium auf die üblichen Verdächtigen geschrumpft. Trotzdem will Kellnerin irgendwann nach Hause. Bedürfnis nach Frischluft verschafft uns einen Mitternachtsspaziergang. Die ersten schwächeln und gehen schlafen. Wir finden noch ein nettes Lokal, das leider auch irgendwann schließt. Lehrer verwandeln sich zurück in Schüler auf Klassenfahrten. Der heimlich mitgebrachte Alkohol wird in ein Zimmer geschmuggelt. Dazu Süßigkeiten. Alle sitzen friedlich auf den Betten, erzählen sich was und giggeln vor sich hin. Eigentlich hätten wir damit gerechnet, dass jeden Moment ein entnervter Kollege in typischer Klassenfahrtsmanier ins Zimmer stürm. „Müsst ihr eigentlich so laut sein? Ich will schlafen. Wisst ihr eigentlich wie spät es ist? Jungs und Mädchen in einem Zimmer? Geht ja gar nicht. Und dann auch noch Alkohol? Was da alles passieren kann. Ich rufe sofort eure Eltern an!...“ Ist nichts passiert (wollte ich nur erwähnt haben). Morgens beim Frühstück erfährt man dann, dass diese Gedanken durchaus dem einen oder anderen durch den Kopf gegangen sind („Ihr wart ganz schön laut, aber mir war das zu blöd im Schlafanzug noch rüberzukommen…“). Hätte bestimmt zu noch mehr Heiterkeitsausbrüchen geführt. Gegen 3.15 kann ich nicht mehr und gehe ins Bett. Problem 1: Federbett. Ich als Allergikerin habe sofort dicke Augen und kriege keine Luft durch die Nase. Problem 2: zu warm. Viel zu warm. Problem 3: Mücke. Problem 4: den toten Punkt überwunden. Komme nicht runter. Gedanken kreisen. Dumdidum. Ob jetzt alle schlafen? Dumdidum. Wie schön bunt wohl morgen die Prellungen aussehen? Dumdidum. Mist, ich muss aufs Klo. Dumdidum. Wie spät ist es wohl? Dumdidum. Schlafen wäre schlau. Dumdidum. Mücke hat erneut zugestochen. Mistvieh! Dumdidum. Drehe mich und wälze mich und habe gefühlt eine Stunde geschlafen. Aber nicht am Stück. Sehe auch so aus. Nach der Dusche geht’s besser. Nach drei Tassen Kaffee noch besser. Auf zu den Kanus. Ganz schön wackelig. Warum hat mein Kollege einen Neoprenanzug an? Was hat der vor? Warum muss ich mit dem in ein Boot? Warum wollen Männer immer Rennen fahren und sich gegenseitig nass spritzen? Irgendwann lassen wir das rein männliche Boot ziehen und genießen die Landschaft. Die Ruhe. Geben zwischendurch mal wieder Gas. Die Sonne kommt raus. Schön. Fast wie Urlaub. Nach zwei Stunden sind wir am Ziel. Einerseits schade, andererseits gut, da ich inzwischen Blasen an den Händen habe und meine Arme ganz schön lahm sind. Ganz ruhige Stimmung, alle hängen ein wenig in den Seilen. Wir verabschieden uns und fahren nach Hause. Fazit: ganz sicher nicht gesund, zu viel Alkohol, zu viel Süßkram, zu wenig Obst und Gemüse, viel zu wenig Schlaf, mir tut alles weh. Drei Blasen, vier Prellungen, Muskelkater vom Feinsten. Aber auch in den Bauchmuskeln vom Lachen. Gut für die Seele, gut für die Stimmung. Warum nur einmal im Jahr?

Donnerstag, 6. September 2007

Es geht aufwärts

Vermelde stolz, dass es mir besser geht. Baustelle 1 ist fertig, keine bösen Sachen mehr im Pipi, alles ist gut. Baustelle 2 (Nasennebenhöhlen und Rachen) ist noch eine. Aber das kenne ich ja schon, das dauert immer etwas länger. Ich bin zwar immer noch nicht wirklich körperlich belastbar und ein bisschen verpeilt, aber lange nicht mehr so müde und irgendwie guter Dinge. Hatte ein klärendes Gespräch mit einer Kollegin (mit deren Reaktion ich am Dienstag gar nichts anfangen konnte) und zum Glück nur wenig Unterricht (und der war ganz witzig).

Ich könnte mal die Hilfe einer Kristallkugel gebrauchen, der Schlüssel, mit dem man die Heizung entlüften kann, ist nämlich unauffindbar. Da, wo er immer war, ist er nicht. Und hat auch keine Nachricht hinterlassen, wohin er gegangen ist. Das Geglucker nervt ein wenig.

Zum Korrigieren habe ich nach wie vor nicht die geringste Lust. Stapel 1 ist aber fertig. Stapel 2 liegt immerhin schon auf dem Schreibtisch. Und Stapel 3 würde ich am liebsten ungelesen verschwinden lassen, die haben so unendliche Mengen geschrieben, aber unterwegs so komische Fragen gestellt, dass ich das Schlimmste befürchte. Nächste Woche. Und der Rest kommt ja erst Ende der nächsten Woche. Und immer, wenn ich korrigieren muss, ist die Wohnung aufgeräumt und geputzt, gibt es was Leckeres zu essen, gehe ich sogar gerne einkaufen und freuen sich alle darauf, endlich mal wieder von mir zu hören. „Verpisserstrategien“ nennt Stefan das. Aber ich habe bisher immer noch alles bis zur Deadline fertig bekommen.

Morgen ist Lehrerausflug, und darauf freue ich mich total. Wenn das nur halb so witzig wird wie letztes Jahr bin ich schon sehr zufrieden. Im Moment ist das Wetter auch sehr nett und es wäre uns zu gönnen, dass das morgen und am Samstag so bleibt. Bittebitte.

Heute hat keiner gemerkt, dass ich die Haare frisch getönt habe. So viel zum Thema „rauswachsende Tönung sieht furchtbar aus“. Das hat vermutlich außer mir selbst auch keiner wahrgenommen. Aber ich finde mich schöner so, und das ist die Hauptsache.

Und sobald ich wieder Sport machen darf (hoffentlich spätestens Ende der nächsten Woche) verschwinden auch die Kilos wieder, die es sich um den Bauch herum gemütlich gemacht haben. Hoffe ich doch.

Und jetzt muss ich echt an die Arbeit.

Mittwoch, 5. September 2007

Gejammer (aber nur ein bisschen)

Muss mal wieder ein bisschen jammern. Die blöde Erkältung geht nicht weg und ich habe zu allem Überfluss auch noch einen Harnwegsinfekt. Ganz klasse. Wobei wahrscheinlich das eine vom anderen kommt bzw. durch das eine mein Immunsystem so angenagt war, dass das andere leichtes Spiel hatte. Jedenfalls hoffe ich jetzt zwei Fliegen mit einem Medikament zu töten und bin ganz froh, dass meine Klasse im Praktikum ist. Ich muss knapp die Hälfte der Schüler besuchen und das kann ich auch nächste Woche tun, dann haben sie sowieso mehr zu erzählen. Von daher habe ich heute frei. Ich war beim Frisör (damit ist die Frage nach den grauen Haaren auch erst einmal wieder vom Tisch), und ich habe meine Freundin besucht, die nächste Woche nach Köln umzieht *schnüff*. Und den Rest des Nachmittags werde ich auf der Couch verbringen. Mit ganz viel Tee und einem guten Buch. Weiß bloß nicht, wann ich korrigieren soll. Heute wohl eher nicht.

Sport kann ich natürlich total vergessen, ist klar. Im Moment bin ich auch so schlapp, dass mir das gar nicht fehlt. Ist bloß blöd für den Lehrerausflug, denn da haben wir ja ein sportliches Programm. Ich werde einfach sehen, was geht, und wenn nichts mehr geht, eben aufhören. Aber nicht mitfahren geht gar nicht, finde ich. Dafür hat das letztes Jahr zu viel Spaß gemacht.

Und irgendwie ist es auch wohl zwangsläufig so, dass ich, wenn ich angeschlagen bin, extrem dünnhäutig werde und weder mit seltsamem Schülerverhalten noch mit komischen Reaktionen von Kolleg/innen gelassen umgehen kann. War alles nicht so klasse gestern. Wäre ich mal im Bett geblieben. Dafür war dann wiederum total schön, dass mich eine Kollegin, die ich eigentlich nur nach Hause fahren wollte, spontan zum Kaffee eingeladen hat. Das war richtig nett, und danach war die Welt dann auch wieder in Ordnung.

Sonntag, 2. September 2007

Graue Haare

Es ist mal wieder soweit. Die graue Schneise auf meinem Kopf ist nicht mehr zu übersehen. Meine Haare wachsen sehr schnell, und alle 6 Wochen muss ich wieder eine Entscheidung treffen. Stehe ich zum Grau oder nutze ich die Errungenschaften der modernen Zeit und lasse mir die Haare tönen? Stefan hat gerade mal Fotos gemacht. Bei künstlichem Licht fällt das Grau kaum auf.

Aber wehe ich gehe nach draußen. Dann strahlen die grauen (eigentlich weißen) Haare so richtig.

Ich bin so hin- und hergerissen. Bei einigen Leuten finde ich silbergraue Haare echt chic, am besten noch gepaart mit einem kleinen bisschen Sonnenbräune und blauen Augen. Eigentlich bin ich eher ein natürlicher Typ, schminke mich nicht, mag auch nicht jeden Morgen eine halbe Stunde vor dem Spiegel stehen und die Haare stylen. Dazu würde passen, zum Grau zu stehen. Auch sehen rausgewachsene Tönungen schrecklich aus, und ich schaffe es nicht, alle drei bis vier Wochen zum Frisör zu gehen.

Dann wieder denke ich, dass ich dafür noch zu jung bin. Und so viele graue Haare, dass es richtig gut aussehen würde, habe ich dann doch nicht, nur die blöde Schneise am Mittelscheitel und ein oder zwei an den Schläfen, die ich wiederum ganz witzig finde. Das gibt dann so eine ganz langweilige angegraute Mischung. Und dann ist da die Frage des Übergangs, wenn die langen Haare unten braun und oben grau/weiß sind. Da drängt sich mir das Bild eines Stinktiers auf, mit dem weißen Streifen in der Mitte. Die radikalste Lösung wäre ein fetziger Kurzhaarschnitt, aber auch da bin ich eigentlich nicht zu bereit.

Also tönen, bis das Grau die Oberhand gewinnt? Und dann mal über einen geeigneten Übergang nachdenken? So mit 50? Oder doch wohl schon mit 40?

Samstag, 1. September 2007

Real Virtuality?

Philosophieren über das Internet. Gefährlicher Ort, manchmal. Aufpassen, nicht zu viel preisgeben. Es kursieren immer wieder Geschichten, wie Leute mit Hilfe ganz weniger Informationen Menschen ausfindig machen und ihnen Böses antun. Wie diese Geschichte hier, die in verschiedenen Versionen durchs Netz geistert: http://www.edtechnot.com/scofield/safestory.html

Auf der folgenden Seite gibt es verschiedene „real life stories“, mit deren Hilfe man Kinder/Jugendliche auf mögliche Gefahren aufmerksam machen möchte.

http://www.netsmartz.org/resources/reallife.htm

Gut gemacht, so auf den ersten Blick. Das würde ich gerne mal mit meinen Schülern ausprobieren, denn in der letzten Zentralen Prüfung ging es um Internet Dating.

Auf der anderen Seite sind da meine Erfahrungen, und die meiner Freunde.

· drei Freundinnen haben ihren derzeitigen Lebenspartner über eine Internet-Dating-Agentur kennengelernt. Sie sind, soweit ich das von außen beurteilen kann, sehr glücklich damit. Die Frage „Wie habt ihr euch denn kennengelernt“ ist ihnen allerdings immer noch ein wenig unangenehm. Wer gibt schon gerne zu, dass er „auf normale Art und Weise“ keinen passenden Partner finden konnte? Wobei ich das eigentlich bescheuert finde, denn es ist nun einmal nicht so einfach, dem „Mann fürs Leben“ durch Zufall über den Weg zu laufen.

· 2002 bin ich mit Stefan nach Kalifornien geflogen und habe 2 von 4 Wochen mit Menschen verbracht, die ich im Internet kennengelernt hatte (über einen gemeinsamen Lieblingssänger). Wir hatten über Jahre hinweg recht intensiven Kontakt mit einem Paar per E-Mail und es kam immer mal wieder eine Einladung nach Kalifornien, und eines schönen Sommers haben wir das in die Tat umgesetzt. Gegen Ende des Fluges nach San Diego hatte ich ein wenig Panik, weil ich ja nicht wusste, was uns am Flughafen erwarten würde, aber das war überhaupt kein Problem. Auch die zweite Familie, die wir besucht haben, war super nett. Und auf diese Weise haben wir einen genialen Urlaub dort verbracht und echt Land und Leute kennengelernt.

· Über ein Internet-Forum (zum Thema „abnehmen“) habe ich recht viele Kontakte geknüpft, und eines schönen Tages stand ein Forums-Treffen an. Ich war schon irgendwie nervös, als ich hingefahren bin, aber auch das war eine sehr schöne Erfahrung. Ich kannte diese Menschen zwar nicht im „real life“, aber durch das, was sie im Forum so von sich preisgaben, und es war als hätten wir ein einmal begonnenes Gespräch einfach so fortgesetzt. So sind auch einige Freundschaften entstanden.

· Meine beste Brieffreundin „also über E-Mail) habe ich auch über ein Abnehm-Forum kennengelernt, und wir schreiben uns seit einigen Jahren sehr regelmäßig. Wir haben uns bisher nie getroffen, aber ich habe ihre Hochzeit, Schwangerschaft, das erste Kind, Hauskauf etc. quasi live mitbekommen. Und sie auch alle Höhen und Tiefen meines Lebens. Genial.

· Auch über das Laufen habe ich schon einige nette Leute getroffen. Meine derzeitige Laufpartnerin kenne ich aus dem Internet. Zu gemeinsamen Staffelläufen habe ich mich mit Läufern, die ich aus einem Lauf-Forum kannte, verabredet. Beim Kekslauf gab es ein Fori-Treffen. Und da hat dann das virtuelle Leben das reale eingeholt, weil ich festgestellt habe, dass ich eine Mitläuferin von früher kannte (Schwester einer Mitschülerin). Die Welt ist klein.


Also durchweg gute Erfahrungen, bisher. Glück gehabt? Oder liegt das vielleicht daran, dass das Schreiben über gemeinsame Hobbys oder Probleme nicht so viele seltsame Leute anzieht wie vielleicht Chatrooms oder was weiß ich? Denn man weiß ja eigentlich nie, ob das, was die Leute so über sich preisgeben, echt ist oder nicht.