Freitag, 29. Februar 2008

Halbmarathon - mindestens

Morgens, 10.00 in Deutschland. Nach einem leichten aber stärkenden Frühstück schnüre ich die Schuhe und mache mich auf den Weg. Perfektes Laufwetter, leichter Nieselregen, aber nicht zu kalt, frische Luft, die besten Voraussetzungen. Der erste Streckenabschnitt läuft super. Ich genieße es vor mich hinzulaufen, sauge klare Luft in meine Lunge. Nehme die Geräusche um mich herum intensiv wahr, das Zwitschern der ersten mutigen Vögel, das Geräusch der Baumaschinen, das rhythmische Rumpeln der Müllabfuhr. Schön, dass es fast die ganze Zeit leicht bergab geht. Trotzdem werden nach einer Zeit die Beine schwer. Das Atmen fällt mir auch nicht leicht.

Nach gefühlten zwei Stunden habe ich endlich mein Ziel erreicht. Ein Blick auf die Uhr: 12 Minuten für ca. 1000 m. Gar nicht so schlecht.

Zwischenstop beim HNO. Deutliche Besserung, aber dennoch keine vollständige Genesung. Bitte weiter Ruhe bewahren, viel trinken, Medikamente nehmen. Bitte auf keinen Fall vorzeitig in die Virenhölle Schule zurückkehren.

Der Rückweg ist die Hölle, es geht leicht bergauf. Zudem schleppe ich zusätzliches Gewicht in Form einer Brötchentüte mit mir herum. Ich habe vergessen auf die Uhr zu schauen, aber ich habe länger gebraucht als für den Hinweg. Bin patschnass geschwitzt und freue mich auf mein Sofa. Komme mir vor wie nach einem Halbmarathon. Mindestens. Begrabe jeden Gedanken daran, am Montag wieder arbeiten zu gehen und mache erst einmal für ein Stündchen die Augen zu.

Mittwoch, 27. Februar 2008

*kröch*

Ich klaue das tolle Wort einfach mal bei Hasi. Das umschreibt nämlich wirklich relativ gut das Geräusch, das ich zurzeit immer mal wieder von mir gebe. *schnief* ist ein weiteres Wort, das auch ganz gut passt. Der wochenlange Dauerbeschuss mit Krankheitserregern jeglicher Art hat mich nach einer relativ langen gesunden Phase dann doch mal wieder umgehauen. Alles fing am Montag Morgen relativ harmlos mit einem bisschen Husten an. Ich hatte mir noch so zurechtgereimt, dass das vielleicht die Reste des "second hand smoke" waren, den ich mir auf der Party am Samstag reinziehen musste. Aber im Laufe des Tages wurde dann recht schnell klar, dass da mehr hinterstecken musste. Irgendwie ging der Unterricht vorbei, ich habe halt vor mich hingehustet und immer wieder mal was getrunken. In den Pausen zeigten mir diverse mehr oder weniger nette Kommentare, dass sich mein Aussehen dem gefühlten Zustand angepasst haben musste. Ich bin nach Hause gefahren und habe mich aufs Sofa gelegt. Bin da eingeschlafen und irgendwann ins Bett umgezogen. Gestern war ich eigentlich arbeitsunfähig. Bellender Husten, der richtig weh tat, und arge Probleme mit meiner Stimme. Aber meine 13er schrieben Vorabi-Klausur, sind alle etwas panisch und meine Anwesenheit beruhigt. Den Rest des Tages habe ich auch irgendwie rumgekriegt, ich konnte nicht nach Hause, weil mein Auto in der Werkstatt war und ich auf meine Kollegin warten musste. Ging aber irgendwie. Zu Hause habe ich dann wieder mehr oder weniger den ganzen Abend dösend auf der Couch verbracht, und ich habe nicht einmal überlegt, ob ich heute zur Schule gehe oder nicht. Nicht. Punkt. Für mich ganz und gar ungewöhnlich. Ich bin lieber zum Arzt gegangen und bin jetzt bis einschließlich Freitag, vermutlich eher länger, krankgeschrieben. Eitrige Bronchitis, Entzündung der Stimmbänder, erste Schatten in den Nebenhöhlen, Druck auf dem Ohr. Wenn schon, dann richtig. *kröch*

Sonntag, 24. Februar 2008

Good and bad taste

Gestern war Bad Taste Party. Gar nicht so einfach, sich so richtig zu verunstalten, aber ich sag' mal das ist mir voll und ganz gelungen.


Stefans Hose, ein extra gekauftes Shirt mit gelben Früchtchen (auf die neue Frühjahrsmode kann ich getrost verzichten), und dazu passt das blaue Karo-Hemd (wie ist das in meinen Schrank gekommen???) ja nun gar nicht. Prima.

Und dann waren natürlich Birkenstocks mit Wollsocken ein Muss. Ich liebe meine Birkenstocks, so zu Hause, abends, sind echt genial bequem, aber würde sie nieeeeemals in der Schule anziehen.

Sonst trage ich Kontaktlinsen. Gefällt mir besser. War ein genial lustiger Abend, die Leute waren echt grausam furchtbar lustig angezogen. Erstaunlich, peinlich, unglaublich dass man doch bei den meisten schrecklich schlechten Liedern die Texte irgendwie hinkriegt. Und wir haben dann irgendwann beschlossen, dass wir demnächst einen Bad-Taste-Schultag machen. Wäre doch sehr lustig zu beobachten, wie den Schülern reihenweise der Mund offen stehen bleibt...

Nach so viel schlechtem Geschmack muss auch noch guter Geschmack ins Blog. Die Pinguine wolle ich schon längst stolz präsentieren, habe das aber immer wieder vergessen. Die sehen ganz nett aus und sind außerdem super lecker. Good taste eben.




Donnerstag, 14. Februar 2008

Kann wieder kraftvoll zubeißen

Gesundheits-Update:

Es wird. Die Schiene habe ich seit Freitag vor Karneval. Über Karneval habe ich das Teil brav getragen und bin fast bekloppt geworden, weil es so drückte. Am Eckzahn vorne links, am letzten Backenzahn hinten rechts. Tat dann nachts so weh, dass ich davon wach geworden bin. Und morgens und überhaupt den Tag über war Kauen wieder nicht möglich. Dachte, man gewöhnt sich dran, wurde aber immer schlimmer. Mittwoch habe ich das Ding vorläufig in die Ecke geworden, Donnerstag zur Ärztin gefahren. Sie hat dann hier und da ein bisschen was weggeschliffen (Zehntelmillimeter, sagte sie) und seitdem ist es deutlich besser. Ich hatte auch inzwischen 5 Physio-Termine. Das war auch ein Erlebnis, bloß gut, dass der Mann es zu seinem Job gemacht hat Leuten zu helfen. Ich denke als Foltermeister wäre er auch sehr gut geeignet, weil er genau weiß, wo man drücken muss, damit es wehtut. Er war ziemlich beeindruckt, wie verkrampft und unbeweglich bei mir das Ganze war. Eine echte Herausforderung. Was ich gut fand war sein ganzheitlicher Ansatz. Er hat im Grunde genommen mal von unten nach oben geguckt, ob die Beine gleich lang sind (ja), ob ich einen Beckenschiefstand habe (nein), wo die Verspannung losgeht bei mir ( etwa Höhe Brustwirbelsäule). Hat für den zweiten Termin einen Osteopathen zur Unterstützung geholt. Der wiederum hat dann auch gefunden, wo das Problem in der Brustwirbelsäule war (da hatte ich mir mal blöd beim Anstreichen einen Wirbel ausgerenkt und das war wohl immer noch nicht ganz OK) und alles wieder geradegebogen (zumindest kam mir das so vor). Von Mal zu Mal wurde es besser und gestern tat dann nichts mehr weh. Er war ganz begeistert, wie schnell das bei mir besser wurde, er meinte, normalerweise würde er 12-15 Behandlungen brauchen. Bei mir reichen die 6, die ich erst einmal verschrieben bekommen habe. Die Kombination aus Schiene und Physio hat bei mir Wunder gewirkt. Die Baustelle ist schon mal weg.

Das Projekt „Kampf dem Heuschnupfen“ ist eher nicht so spaßig. Aber wenn’s hilft, ist es das wert. Bin gespannt.

Zum Laufen hatte ich auch so gar keine Lust. Diese 13,5 km waren wohl etwas zu viel, ich war in den Tagen danach total KO. Letzten Freitag habe ich mich mit Mühe und Not dann über 7 km gequält, und bei dem herrlichen Wetter letzte Woche hat es mich zwar rausgezogen an die frische Luft, aber ich wollte doch eher spazieren gehen (täglich 1-2,5 Stunden). Außerdem haben wir die Inliner-Saison eröffnet (2 Runden um den See).

Ich bin aber nachher zum Laufen verabredet, und ausgerechnet heute umhüllt uns den ganzen Tag schon tiefster Nebel. Muss ich durch.

Nachtrag:

Laufen bei Nebel mit Stirnlampe geht gar nicht. Man sieht den Lichtkegel (der voll blendet), einen kleinen Ausschnitt vom Weg und sonst nix. Die erste halbe Stunde war es noch so halbwegs hell, ab dann nicht mehr so wirklich. Erstaunlich, wie sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Und ein bisschen Licht ist doch immer noch irgendwie da. An den ganz dunklen Stellen habe ich die Lampe in die Hand genommen, das ging so halbwegs. Fast wie die Kulisse in einem schlechten Horrorfilm.

Montag, 4. Februar 2008

Winterintermezzo

Laufbericht von gestern. Um 11.00 ging es los. Blauer Himmel, Sonnenschein, knackig kalt. Wir wollten es heute wissen und unsere Reichweite vergrößern, 13,5 km waren geplant. Die ersten 7 oder so haben richtig Spaß gemacht. Perfektes Wetter, eine schöne Strecke, wenig Leute unterwegs, einfach toll. Es lief rund. Ab dann wurde es ein wenig anstrengend, weil auf den einsameren Waldwegen die Bodenverhältnisse anstrengend waren. Schneereste, angetaut und wieder überfroren, rutschige Angelegenheit. An einer Kreuzung hatte ich das dringende Bedürfnis abzubiegen und den direkten Weg nach Hause einzuschlagen. Aber nur die Harten… usw., außerdem wollte ich Cony nicht im Stich lassen. Nach 90 Minuten hatte ich endgültig keine Lust mehr, aber ich musste ja noch nach Hause. Geht schneller laufend als gehend. Außerdem war’s kalt. Nach 1:53 waren wir dann endlich da.

Fazit: noch 7,5 km dranzuhängen, um einen Halbmarathon zu schaffen, wäre gestern ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Aber immerhin waren wir fast zwei Stunden unterwegs, das ist ausbaufähig. Der Untergrund hat das Ganze noch anstrengender gemacht, als es eh schon gewesen wäre. Und laufen macht HUNGER!

Und wenn ich heute so rausgucke (Dauer-Schneeregen) bin ich umso zufriedener mit unserem Lauf gestern. Und mit dieser Woche (drei Läufe, 28,5 Wochenkilometer).

Samstag, 2. Februar 2008

Sportliches und Nachdenkliches

Beim Sport läuft es so halbwegs, ich war diese Woche schon zwei Mal laufen, und morgen bin ich noch einmal verabredet. Mittwoch sind wir etwas mehr als 8 km durch den dunklen Wald gelaufen, das war schon ein Erlebnis. Einem anderen Läufer sind wir unterwegs begegnet. Eigentlich hatte ich keine Lust. Es hatte den ganzen Tag geschüttet wie aus Eimern, es war windig und usselig (gibt es diese Wort im Hochdeutschen?). Und ich hatte keine Lust. Und es war kalt. Also die besten Voraussetzungen. Immer mit der Option, dann doch die Abkürzung zu nehmen oder umzukehren, habe ich dann die ganze Strecke geschafft. Mir tat nichts weh, mein Puls war OK, ich hatte einfach nur keine Lust. Nach dem Lauf war ich schön KO und habe gut geschlafen. Ist doch was.
Gestern sind wir dann im Stadion gelaufen (immer montags und freitags für alle vereinslosen Läufer geöffnet, beleuchtete Tartanbahn). Cony sollte 4 km langsam einlaufen, dann 3,6 km schneller, dann 1 km langsam auslaufen. Langsames Einlaufen fand ich gut und war dankbar, dass ich sie zum Quatschen hatte, denn das Rundenlaufen fand ich gestern öde. Zwei der 3,6 schnelleren Kilometer bin ich auch mitgelaufen (7er Schnitt), dann mochte ich nicht mehr. Bin noch zwei Runden ausgelaufen und dann unter die heiße Dusche gegangen. Tat gut. Sonntag wollen wir uns mal wieder über 10 km hinausbewegen. Bin gespannt, wie das Wetter wird. Heute Nacht hat es geschneit. Grob geschätzt 2 cm. Das macht die triste Winterweld gleich viel heller.

In der Schule gab es diese Woche interessante Gespräche, ich schreibe mehr dazu, wenn es offiziell ist. Diese Gespräche und die Tatsache, dass „Identität“ mein aktuelles Thema in der 13 ist, haben dazu geführt, dass ich ziemlich nachdenklich war diese Woche. Ich muss mich in den letzten sieben Jahren ziemlich verändert haben (zum Positiven), dabei bin ich doch immer noch dieselbe. Oder hat sich nur das Bild verändert, das andere von mir haben? Oder beides? Spannend.

Die Aufbiss-Schiene ist endlich fertig. Nachher kommt wieder eine Session beim Physiotherapeuten. Es wird...