Sonntag, 31. August 2008

August

Ich habe nicht viel zu erzählen. Den normalen Schulalltag mit allen Höhen und Tiefen mag ich hier nicht abladen. Nur so viel, es ist super anstrengend und ich bin nicht glücklich über die eine oder andere Entscheidung. Ich kann nur hoffen, dass sich alles so nach und nach einspielen wird.
Ich kann mich kaum aufraffen laufen zu gehen. Die paar Male, die ich los war, fand ich so anstrengend, dass ich jedes Mal mit mir kämpfen muss und eigentlich finde, dass spazierengehen reicht. Von daher kann ich auch keine faszinierenden Laufberichte schreiben. Könnte mal ein bisschen Motivation gebrauchen.
Das einzig Neue und Bemerkenswerte: ich spiele wieder Tischtennis, in der Bezirksklasse. Klingt erst einmal super, ist aber aufgrund einer Umstrukturierung hier im Kreis die unterste Spielklasse. Egal. Unser erstes Spiel haben wir leider verloren, aber ich bin ganz zufrieden, denn ich habe ein Doppel und ein Einzel gewonnen.
Wie gesagt, ich habe nicht viel zu erzählen. Bloß gut, dass morgen ein neuer Monat anfängt, der vielleicht ein bisschen angenehmer wird.

Sonntag, 3. August 2008

Die Mitte

In der Mitte ist nicht viel. Alice Springs, Uluru, Kata Tjuta, Watarrka. Jede Menge Gegend. Ein paar Tiere. Und Sand.

Alice Springs

Von Alice Springs habe ich nicht viele Bilder. Ist nicht viel los da. Viele Souvenirläden, viele Kunstgalerien. Und zwei Museen, die ich sehr spannend fand, The Royal Flying Doctor Service und School of the Air. Beeindruckend, was da geleistet wird. Beeindruckend, unter welchen Bedingungen Menschen im Outback leben. Die Flying Doctors leisten Hilfe bei Krankheiten, jedes Flugzeug ist quasi ein fliegender Rettungswagen. Es gibt aber auch telefonische Beratung, jede Station hat eine Art Medizinkiste und bevor jemand losgeschickt wird, gibt es erst einmal eine genaue telefonische Anamnese. Was tut weh, wo, wie stark, so was halt. Die Entfernungen sind unvorstellbar.

Ebenso genial ist das Konzept der School of the Air. Die Kinder, die mindestens 50 km weit weg von der nächsten Schule leben, dürfen sich da anmelden. Sie erhalten Unterricht per Webcam (früher per Funk), schicken ihre Aufgaben ein (ähnlich wie bei der Fernuni) und haben zu Hause jemanden, der ihnen hilft (entweder die Eltern oder speziell dafür eingestellte „govies“). Einige Male im Jahr reisen sie nach Alice Springs und lernen dort ihre Klassenkameraden kennen. Das ist für mich, auch nach dem ich es gesehen habe, kaum vorstellbar, dass einige Menschen hunderte von Kilometern von der „Zivilisation“ entfernt leben. Hier der "Klassenraum" und ein Bild, wie die Schüler ihre Lehrerin sehen.

Und das ist eine Übersicht über die räumliche Verteilung der momentan 105 Schüler/innen.

Uluru und der Rest

Auch hier hatten wir wieder eine Tour gebucht. Die Beschreibung klang so ähnlich wie die im Kakadu Park, aber es war irgendwie ganz anders. Der 4WD war ein Truck mit 14 Sitzplätzen, hinten wie ein Bus, schön hintereinander, und die Zusammensetzung der Gruppe war ganz anders: wir, eine Australierin, 8 Franzosen (zwei Familien, die sich schon seit Jahren kannten) und ein Paar aus Tahiti (französischsprachig). Diese 10 Leute waren alle sehr nett und hilfsbereit, aber ihr Englisch war in etwa so gut (bzw. miserabel) wie mein Französisch, und das machte es doch etwas schwierig. Das Gute: meine Freundin ist Französischlehrerin und konnte immer mal übersetzen, aber man ist nicht so ins Gespräch gekommen wie mit der anderen Gruppe.

Das Programm (Karte von der Website der Firma wayoutback):

Tag 1: wir wurden sehr früh in Alice Springs abgeholt und unser erstes Ziel war Uluru (oder Ayer’s Rock). In Alice waren wir noch alleine, weil die anderen 10 in Yulara abgeholt wurden (das ist der Resort nahe Uluru). Da die Strecke doch recht lang ist (und langweilig zu fahren),

stoppten wir an einer Camel Farm (wobei ich ja nach wie vor Kamele total unspannend finde) und am Mt. Ebenezer Roadhouse, wo es außer einer Toilette auch noch Aboriginal Art gab. Und in Curtin Spings, da gab es einen Emu.

Nachmittags haben wir dann den Base Walk gemacht, nachdem wir uns im Cultural Centre über Kultur. Gesetze und Religion der Aborigines informiert hatten. Dieses Cultural Centre ist wirklich klasse gemacht, es werden diverse Sagen rund um Uluru beschrieben, Grundzüge der Religion, Ernährung… leider durfte man dort keine Fotos machen, ebenso, wie große Teile des Steins heilige Orte sind und nicht fotografiert werden dürfen.

Es ist nach wie vor möglich Uluru zu erklimmen, aber ich frage mich, wer das noch tut, wenn im Cultural Centre an jeder Ecke darauf hingewiesen wird, dass es nicht erwünscht ist.

Highlight war natürlich der Sunset, mit Sekt und Knabberkram. Und am sunset viewing point waren natürlich alle Touristen, das wiederum war fast schon wieder komisch.

Aber wir waren da ja auch, also sollte man sich über die anderen auch nicht lustig machen. Der Farbwechsel ist schon klasse und lässt sich mit Fotos nur zum Teil einfangen. War in echt noch viel schöner.

Abends gab es Spaghetti Bolognese (mit Känguru-Fleisch), und dieses Mal habe ich auch ein Foto gemacht.

Nicht so lustig: Yulara ist der einzige Ort, an dem man in der Nähe des Nationalparks übernachten darf, und dementsprechend rummelig war es da. Und muss es sein, eine katholische Messe mit Megaphon zu verstärken, damit es auch wirklich alle mitkriegen? Nachwehen des World Yoth Day in Sydney.

Die Nacht war kalt, und ich war froh über meinen Schlafsack, mein Fleece, mein Swag und habe trotzdem noch ein klitzekleines bisschen gefroren.

Tag 2: sunrise. Das hieß früh aufstehen, zum Glück ist im Winter erst um 7.30 Sonnenaufgang. Wir hatten einen Aussichtspunkt mit Blick auf Kata Tjuta und Uluru. Mein Fotoapparat mag keine Kälte, ich habe aber mit viel gutem Zureden und Aufwärmen des Akkus doch noch ein paar Bilder hingekriegt.


Näher dran im Hellen.

Danach ging es auf eine Wanderung durch das „Valley of the winds“. Super schön.



Das eigentlich geplante Bushcamp konnte dann aber nicht stattfinden, da der Truck leichte Probleme hatte. Am ersten Tag tat es schon die Heizung nicht, am zweiten Tag wurde dann klar, warum nicht. Lichtmaschine kaputt, Batterie lud sich nicht mehr auf und war inzwischen ziemlich leer. Deshalb wurde der Truck nicht mehr ausgemacht und wir haben auf einem etwas komfortableren Campingplatz übernachtet, wo die Batterie geladen werden konnte.

Tag 3: eine Wanderung durch Watarrka (Kings Canyon). Einfach nur schön. Dort gibt es The Garden of Eden, so genannt, weil da selbst in den trockensten Zeiten noch Wasser ist und die Pflanzen entsprechend gut gedeihen.

Und wo es witzige Felsformationen gibt (das ist Andy, der Schokokekse verteilt. Fast wie der Papst die Hostien. Aber nur fast).

Und atemberaubende Steilhänge.

Und Aussicht:

Der Weg zurück ging über eine unbefestigte Straße. 100 km Sandpiste. Nicht so ganz mein Ding, wenn man wie doof durch die Gegend geworfen wird, weil ein Schlagloch dem anderen folgt.

Und dem Auto ist es auch nicht so ganz gut bekommen, weil irgendwas am Kühler abgerissen ist und dadurch das Ding dann überhitzte. Aber wir haben es rechtzeitig zum nächsten Roadhouse geschafft, wo der Kram dann provisorisch repariert wurde.

Hier Mount Connor, von einigen fälschlicherweise für Uluru gehalten:

Unser Guide Andy hat im Grunde gezeigt, was man bei Reisen im Outback beachten sollte: jemandem sagen, wo man hinwill und wann man da sein will, mit der Bitte, Alarm zu schlagen, wenn man da nicht auftaucht. Ebenso am anderen Ende anrufen und dasselbe tun. So ist gewährleistet, dass man nicht ewig am Straßenrand steht und wartet, ob zufällig jemand vorbeikommt. Das passiert im Winter schon, so alle halbe Stunde. Im Sommer, wenn’s richtig heiß ist, aber eher selten. Daher auch all die Geschichten über die Leute, die im Outback zu Tode kommen.

Die Tour war auch klasse. Anders als die erste, aber auch gut.

Und das war’s im Grunde.

Freitag, 1. August 2008

Der Norden - Kakadu National Park

Darwin

Darwin ist eigentlich relativ unbemerkenswert. Eine nette Stadt im Northern Territory, im Vergleich zu den Städten an der Westküste tobt hier das Leben. Im Vergleich zu Sydney ist eher tote Hose. Wir hatten Darwin aber nur als Ausgangspunkt für unsere dreitägige Tour genommen. Mit wilderness adventures (http://www.wildernessadventures.com.au/) sollte es in den Kakudu National Park gehen.

Kakdu National Park

Tag 1: wir wurden gegen 6.30 abgeholt, haben die letzten Formalitäten geklärt und die Mitreisenden abgeholt. War eine kleine Gruppe, 9 Leute (wir, noch zwei deutsche Mädels, ein Paar aus Irland, drei Australier/innen). Unser „Zuhause“ für die nächsten drei Tage war ein Geländewagen, sehr kuschelig (8 Leute hinten, 2 vorne, Anhänger für Gepäck und Essen).

Der erste Stopp war Corroboree Billabong, wo wir eine ca. 90-minütige Bootsfahrt gemacht habe.

Wow, Krokodile, jede Menge Vögel, jede Menge Gegend, alles relativ unberührt, klasse!

Unterwegs gab es eine weitere Stelle, an der man Krokodile sehen konnte. Den Moment, als das Krokodil die Straße überquert hat, habe ich zwar gesehen, aber nicht fotografieren können.

Danach ging es zu Ubirr Rock, wo man Aboriginal Rock Art (hier mal ein Bild, um eine Vorstellung zu bekommen) besichtigen konnte. Dazu gab es eine Wahnsinnsaussicht vom Ubirr Rock auf die floodplains und Arnhem Land.



Danach noch einen kurzen Abstecher zu Yellow Waters.

Abends war ich dann sehr gespannt auf den „minimal facilities campground“. Es gab Toiletten und Duschen, und wir haben am offenen Feuer gekocht und in Swags geschlafen. Ein Swag wird benutzt, um ohne Zelt draußen zu schlafen. Man hat eine Schaumstoff-Matratze, und die wird von einem Sack aus Segeltuch (Canvas) umgeben, man legt sich also in den Sack auf die Matratze und ist somit gut geschützt. Tagsüber wird das Ding einfach aufgerollt und ist damit gut transportabel. Das Problem war bloß, dass es ziemlich warm war. Im Swag (oder gar noch im Schlafsack) ist man Hitzetode gestorben, ohne wurde man von den mozzies (Moskitos) gefressen. Die waren echt hungrig, die gesamte unter uns vorhandene Palette von insect repellents konnte nicht viel ausrichten. Und selbst wenn die Mozzies dann die mit Autan getränkte Haut nicht mochten, haben sie garantiert eine andere Stelle gefunden, die man nicht erwischt hatte. Im Zweifelsfall dann halt Augenlider oder Lippen (zum Glück nicht bei mir, aber bei einer Mitreisenden). Ich hatte 20 Stiche allein am rechten Oberarm (und nicht nur da), und da hat man lange was von (es juckt zwar heute, 2 Wochen später, nicht mehr, aber die Einstiche sind noch zu sehen). Fotos vom Lager habe ich leider keine, da war ich so hungrig und müde, dass ich das glatt vergessen habe.

Tag 2: Dieser Tag war ein sportlicher Tag, wir sind nämlich zur Spitze des Jim Jim Falls gewandert. Eine 7 km lange Wanderung, und richtig anstrengend, weil es richtig heftig hoch ging und der Weg alles andere als einfach war. Eine ganz schöne Kraxelei. Selbst unser Guide war etwas verschwitzt.

Aber oben wurde man mit einer himmlischen Aussicht belohnt.

Außerdem konnte man im Plunge Pool oben ganz prima schwimmen gehen. Kristallklares Wasser, schön kühl, einfach herrlich.

Unser Guide hatte außerdem Brot und Belag hochgetragen, sodass wir uns stärken konnten. Der Weg runter war ebenso fordernd (ich habe es ja nicht so mit bergab klettern), das hat mich schon an meine Grenzen gebracht. Das war stellenweise dann nicht mehr schön.

Nachmittags gab es dann die Twin Falls, da ist das Baden verboten, zum einen, weil es Krokodile gibt, und zum anderen, weil dort Schildkröten leben, die geschützt werden sollen. Trotzdem super schön da, vor allem die kurze Bootfahrt dahin war atemberaubend. Auf dem letzten Bild ist eine Schildkröte. Ich weiß, dass sie da ist!

Abends haben wir dann Zelte aufgebaut, um uns vor den hungrigen Biestern zu schützen. Hätte auch fast geklappt, wenn meine Freundin nicht aufs Klo gemusst hätte. Sie war nämlich im Halbschlaf und hat das Zelt offen gelassen…

Kleiner Termitenhügel:

Am dritten Tag waren wir in Maguk, zum Natur genießen und schwimmen. Unten gab es Krokodile, oben wieder mal eine Wahnsinnsaussicht und nette Pools. Sehr klasse.


Den Sonnenuntergang konnten wir mit Blick auf die Marrakai Floodplain genießen. Klasse! Abends ging es dann zurück nach Darwin, und wir sind nach einer wohlverdienten Dusche noch ein Bier trinken gegangen.

Sehr empfehlenswert, die Tour. Eigentlich sind mir geführte Touren ja ein wenig suspekt, aber hier war das echt das Beste, was man machen konnte. Rundum sorglos, weil klar ist, wo es schön ist, wie man dahin kommt (unbefestigte Straßen, über die ich mich selbst mit einem 4WD nicht trauen würde), wo man übernachtet, was es zu essen gibt, was eventuell gefährlich sein könnte, weil man überall das Wesentliche erklärt bekommt, immer jemanden dabei hat, den man mit Fragen löchern kann…. Und die Leute, die mit waren, waren echt nett. Glück gehabt.