Dienstag, 13. Mai 2008

Mini-Break

Ich hatte ein langes Wochenende. Und das Wetter war perfekt. Und der Mensch kann nicht nur arbeiten. Also habe ich Samstag gearbeitet, und den halben Sonntag. Sonntag Nachmittag bin ich den Weg nach Kornelimünster noch einmal gelaufen. Immer noch super schön. Unterwegs haben meine Freundin und ich spontan beschlossen ans Meer zu fahren. Montag. Eigentlich eine ziemlich bekloppte Aktion, aber dann wiederum eigentlich ziemlich genial. Denn der Mensch kann ja nicht nur arbeiten, und man muss ja irgendwann seine Akkus auch mal wieder aufladen.
Die belgische Bahn ist, was das angeht, sehr empfehlenswert. Es gibt einen sehr günstigen Wochenend-Tarif, der freundlicherweise auch am Pfingstmontag gültig ist. Deshalb kann man für knapp 20 Euro einmal quer durch Belgien fahren, von Welkenraedt nach Oostende und zurück.


Dauert ca. drei Stunden pro Weg, aber was tut man nicht alles, um ans Meer zu kommen.
Hier der Bahnhof von Welkenraedt, mehr so Baustelle, aber egal.



Der freundliche Herr am Ticketschalter sprach Deutsch, der Rest war auf Französisch, nicht so ganz mein Spezialgebiet, aber ich habe verstanden, dass le train von vois 6 ging oder so ähnlich. Destination Ostende (auf Französisch nur mit einem 'o').


In Brüssel wurde es dann kurze Zeit zweisprachig, bis dann auf Niederländisch umgeschwenkt wurde. Faszinierend, dass in einem so kleinen Land drei Sprachen gesprochen werden. Und schon bewundernswert, dass jeder Belgier, den ich getroffen habe, mindestens Französisch und Niederländisch sprach, die meisten auch noch Deutsch.
Die Hinfahrt war sehr stressfrei, der Zug wurde zwar immer voller, aber wir hatten gute Plätze und es waren nur angenehme Leute unterwegs.
Nach knapp drei Stunden waren wir dann da:

Nach weiteren 15 Minuten sahen wir das Meer und den Strand:



In der Nähe des Piers war es etwas rummelig, aber der Strand ist lang, sodass man einfach eine Weile am Wasser entlang geht, den Sonnenschein genießt und ein etwas weniger volles Plätzchen sucht.

Die Architektur an der Promende ist nicht so ganz mein Fall. Der alte Prachtbau ist ja noch ganz nett, aber die mehrgeschossigen Bauten finde ich, geline gesagt, potthässlich. Dann wiederum stelle ich mir die Aussicht aus dem 20. Stock (mit Meerblick) ganz genial vor. Wenn man in soi einem Ding drin ist ist es wohl wieder ziemlich schön. Aber die Promenade ist halt zugebaut.

Wir haben einen schönen Tag am Strand verbracht, sind viel spazierengegangen, haben eine Weile im Sand gelegen und gelesen, haben echt belgische Pommes gegessen und den Leuten zugesehen, die einen Riesendrachen haben und sich von dem über den Sand ziehen lassen (dafür gibt es bestimmt einen trendigen Spezialbegriff, aber der fällt mir gerade nicht ein).

Die Rückfahrt war etwas nervig, weil sich irgendwie alle denselben Zug ausgesucht hatten. Wir haben zum Glück im letzten Winkel noch Plätze gefunden, aber irgendwann hört der Spaß auf, wenn Leute im Gang sitzen und ein Stück der kostbaren Beinfreiheit mitbenutzen und andere Leute sich lautstark unterhalten (man stelle sich ein sehr angeheitertes Damenkränzchen auf Kegeltour vor, sowie eine Schülertruppe, ebenso angeheitert und fast noch alberner - und das in mindestens vier verschiedenen Sprachen, Deutsch, Niederländisch, Französisch und irgendwas Arabisches). Der Pluspunkt dabei war, dass es genug zu gucken gab.
Bin gegen 23.00 totmüde ins Bett gefallen und habe wie ein Stein geschlafen. Und den ganzen Tag an der See nicht einmal an meinen blöden Heuschnupfen denken müssen.

Und wenn jetzt noch jemand einen Tipp hat, wie ich die Motivation zum Laufen wiederfinde, der möge ihn mir mitteilen. Spazierengehen ist super, inlinern auch, aber laufen ist mir echt zu anstrengend im Moment.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Wandern im Münsterland

Zugegeben, etwas irritiert war ich schon, als ich diese Bezeichnung am Ziel unserer Wanderung auf der Speisekarte gelesen habe. Für mich war das Münsterland bisher immer in Westfalen gewesen, irgenwie in der Nähe von Münster eben. Aber hier gibt es auch ein Münster, und zwar Kornelimünster. Viel kleiner zwar, aber auch ganz hübsch.
Gestern hatte Stefan Geburtstag, und da das Wetter schön war, haben wir beschlossen, eine Wanderung dorthin zu machen, nett was zu essen und zurück nach Hause zu wandern. Eine ähnliche Tour hatte ich Sonntag schon gemacht, bei ähnlich schönem Wetter, aber da hatte ich leider den Fotoapparat vergessen. Die erste Etappe des Wegs hatte ich schon einmal beschrieben, das ist meine normale Joggingstrecke. Von da aus geht es dann aus dem Wald hinaus in die Felder.

Ich kann mich an diesem Grün gar nicht satt sehen.

Hier stört es offenbar keinen, wenn man sich eigene Ortseingangsschilder bastelt.

Satte, grüne Wiesen und ein paar Bäume, tolle Landidylle zur Linken.


Die weniger idyllische Autobahn 44 zur Rechten. Zum Glück verläuft der Weg nur wenige hundert Meter neben der Autbahn. Aber deren Rauschen ist allgegenwärtig.


Leider total unscharf, aber trotzdem: der Blick Richtung Eifel.


Ich habe bis vor kurzem gar nicht gewusst, dass es bei uns in der Nähe einen Steinbruch gibt. Ist aber auch gut gesichert, man kann kaum hineinsehen, ein Stacheldrahtzaun sichert das Gelände und überall stehen Schilder.


Nach einer Zeit stößt man dann auf den Vennbahnweg. Das ist eine ehemalige Eisenbahntrasse und von daher wunderbar eben. Schön glatt asphaltiert und somit ein Paradies für Inliner, Radfahrer und Läufer. Ab und zu auch "normale" Fußgänger. Am Wochenende wird's etwas rummelig.


Blick von der Brücke. Ganz schön hoch.


Ohne Worte.


Ziel erreicht: die Bahnhofsvision. Früher ein Bahnhof an der Vennbahn, heute eine richtig nette Gaststätte.


Und auf dem Rückweg der Vennbahnweg im Gegenlicht.

Mit Schnecke.

Die Brücke ist nicht nur sehenswert, wenn man von ihr runterschaut.

Der einzige Haken an dieser perfekten Wanderung: der fleißuge Landwirt, der sein Feld so richtig schön fruchtbar machen wollte. Das hat gestunken, das kann sich keiner vorstellen. Auch zu Hause nach dem Duschen hatte ich noch das Gefühl, diesen Gestank an mir zu haben. Beim Betrachten des Bildes kommt es mir fast hoch.


Aber wie gesagt, das war der einzige Haken. Insgesamt fast vier Stunden zügig gegangen. lecker gegessen, Sonne getankt und den Alltag für ein paar Stunden vergessen. Da war die Schule ganz weit weg...