Sonntag, 8. Juni 2008

Update

Ich lebe noch.
Schuljahresendstress mit allen Höhen und Tiefen.
Ich habe eine Abschlussklasse. Bin seit 6 Jahren deren Klassenlehrerin, bin einen langen Weg mit ihnen gegangen. Am 16. Juni werden sie entlassen und sind weg. Bis auf die 8 oder so, die in die Oberstufe gehen und die ich dann weiterhin begleiten werde. Das ist ganz komisch, da es auch meine erste Klasse ist. Es war toll, ihnen beim Erwachsenwerden zuzugucken, sie dabei zu unterstützen ihren Weg zu gehen. Es gab aber auch immer mal Stress. Ich werde vermutlich das eine oder andere Tränchen nicht zurückhalten können, wenn die Zeugnisse übergeben werden.

Ich habe einen Leistungskurs in der 13. Da war der Weg kürzer, aber es sind noch nicht alle angekommen. In der kommenden Woche steht noch die eine oder andere Nachprüfung an. Ich hoffe auf das Beste.

Außerdem habe ich noch viel korrigiert, viel unterrichtet, viel organisiert. Muss noch Vorbereitungstage für die kommenden 11er planen, Methodentage evaluieren, Noten machen, Noten eingeben, Zeugnisse drucken, meinen Beitrag für die Abschlussfeier überlegen. Es sind nur noch 18 Tage bis zu meinem Urlaub, aber die haben es in sich.

Gelaufen bin ich auch, ab und zu, wenn ich Lust hatte. Ein oder zwei Mal pro Woche. Nicht so kontinuierlich, wie ich das eigentlich vorhatte. Bewegungsmangel mit intensivem Schokoladenkonsum hat den Bauchumfang doch ein wenig vergrößert. So gesehen habe ich die allerbesten Vorsätze nach dem Urlaub wieder durchzustarten.

Dienstag, 13. Mai 2008

Mini-Break

Ich hatte ein langes Wochenende. Und das Wetter war perfekt. Und der Mensch kann nicht nur arbeiten. Also habe ich Samstag gearbeitet, und den halben Sonntag. Sonntag Nachmittag bin ich den Weg nach Kornelimünster noch einmal gelaufen. Immer noch super schön. Unterwegs haben meine Freundin und ich spontan beschlossen ans Meer zu fahren. Montag. Eigentlich eine ziemlich bekloppte Aktion, aber dann wiederum eigentlich ziemlich genial. Denn der Mensch kann ja nicht nur arbeiten, und man muss ja irgendwann seine Akkus auch mal wieder aufladen.
Die belgische Bahn ist, was das angeht, sehr empfehlenswert. Es gibt einen sehr günstigen Wochenend-Tarif, der freundlicherweise auch am Pfingstmontag gültig ist. Deshalb kann man für knapp 20 Euro einmal quer durch Belgien fahren, von Welkenraedt nach Oostende und zurück.


Dauert ca. drei Stunden pro Weg, aber was tut man nicht alles, um ans Meer zu kommen.
Hier der Bahnhof von Welkenraedt, mehr so Baustelle, aber egal.



Der freundliche Herr am Ticketschalter sprach Deutsch, der Rest war auf Französisch, nicht so ganz mein Spezialgebiet, aber ich habe verstanden, dass le train von vois 6 ging oder so ähnlich. Destination Ostende (auf Französisch nur mit einem 'o').


In Brüssel wurde es dann kurze Zeit zweisprachig, bis dann auf Niederländisch umgeschwenkt wurde. Faszinierend, dass in einem so kleinen Land drei Sprachen gesprochen werden. Und schon bewundernswert, dass jeder Belgier, den ich getroffen habe, mindestens Französisch und Niederländisch sprach, die meisten auch noch Deutsch.
Die Hinfahrt war sehr stressfrei, der Zug wurde zwar immer voller, aber wir hatten gute Plätze und es waren nur angenehme Leute unterwegs.
Nach knapp drei Stunden waren wir dann da:

Nach weiteren 15 Minuten sahen wir das Meer und den Strand:



In der Nähe des Piers war es etwas rummelig, aber der Strand ist lang, sodass man einfach eine Weile am Wasser entlang geht, den Sonnenschein genießt und ein etwas weniger volles Plätzchen sucht.

Die Architektur an der Promende ist nicht so ganz mein Fall. Der alte Prachtbau ist ja noch ganz nett, aber die mehrgeschossigen Bauten finde ich, geline gesagt, potthässlich. Dann wiederum stelle ich mir die Aussicht aus dem 20. Stock (mit Meerblick) ganz genial vor. Wenn man in soi einem Ding drin ist ist es wohl wieder ziemlich schön. Aber die Promenade ist halt zugebaut.

Wir haben einen schönen Tag am Strand verbracht, sind viel spazierengegangen, haben eine Weile im Sand gelegen und gelesen, haben echt belgische Pommes gegessen und den Leuten zugesehen, die einen Riesendrachen haben und sich von dem über den Sand ziehen lassen (dafür gibt es bestimmt einen trendigen Spezialbegriff, aber der fällt mir gerade nicht ein).

Die Rückfahrt war etwas nervig, weil sich irgendwie alle denselben Zug ausgesucht hatten. Wir haben zum Glück im letzten Winkel noch Plätze gefunden, aber irgendwann hört der Spaß auf, wenn Leute im Gang sitzen und ein Stück der kostbaren Beinfreiheit mitbenutzen und andere Leute sich lautstark unterhalten (man stelle sich ein sehr angeheitertes Damenkränzchen auf Kegeltour vor, sowie eine Schülertruppe, ebenso angeheitert und fast noch alberner - und das in mindestens vier verschiedenen Sprachen, Deutsch, Niederländisch, Französisch und irgendwas Arabisches). Der Pluspunkt dabei war, dass es genug zu gucken gab.
Bin gegen 23.00 totmüde ins Bett gefallen und habe wie ein Stein geschlafen. Und den ganzen Tag an der See nicht einmal an meinen blöden Heuschnupfen denken müssen.

Und wenn jetzt noch jemand einen Tipp hat, wie ich die Motivation zum Laufen wiederfinde, der möge ihn mir mitteilen. Spazierengehen ist super, inlinern auch, aber laufen ist mir echt zu anstrengend im Moment.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Wandern im Münsterland

Zugegeben, etwas irritiert war ich schon, als ich diese Bezeichnung am Ziel unserer Wanderung auf der Speisekarte gelesen habe. Für mich war das Münsterland bisher immer in Westfalen gewesen, irgenwie in der Nähe von Münster eben. Aber hier gibt es auch ein Münster, und zwar Kornelimünster. Viel kleiner zwar, aber auch ganz hübsch.
Gestern hatte Stefan Geburtstag, und da das Wetter schön war, haben wir beschlossen, eine Wanderung dorthin zu machen, nett was zu essen und zurück nach Hause zu wandern. Eine ähnliche Tour hatte ich Sonntag schon gemacht, bei ähnlich schönem Wetter, aber da hatte ich leider den Fotoapparat vergessen. Die erste Etappe des Wegs hatte ich schon einmal beschrieben, das ist meine normale Joggingstrecke. Von da aus geht es dann aus dem Wald hinaus in die Felder.

Ich kann mich an diesem Grün gar nicht satt sehen.

Hier stört es offenbar keinen, wenn man sich eigene Ortseingangsschilder bastelt.

Satte, grüne Wiesen und ein paar Bäume, tolle Landidylle zur Linken.


Die weniger idyllische Autobahn 44 zur Rechten. Zum Glück verläuft der Weg nur wenige hundert Meter neben der Autbahn. Aber deren Rauschen ist allgegenwärtig.


Leider total unscharf, aber trotzdem: der Blick Richtung Eifel.


Ich habe bis vor kurzem gar nicht gewusst, dass es bei uns in der Nähe einen Steinbruch gibt. Ist aber auch gut gesichert, man kann kaum hineinsehen, ein Stacheldrahtzaun sichert das Gelände und überall stehen Schilder.


Nach einer Zeit stößt man dann auf den Vennbahnweg. Das ist eine ehemalige Eisenbahntrasse und von daher wunderbar eben. Schön glatt asphaltiert und somit ein Paradies für Inliner, Radfahrer und Läufer. Ab und zu auch "normale" Fußgänger. Am Wochenende wird's etwas rummelig.


Blick von der Brücke. Ganz schön hoch.


Ohne Worte.


Ziel erreicht: die Bahnhofsvision. Früher ein Bahnhof an der Vennbahn, heute eine richtig nette Gaststätte.


Und auf dem Rückweg der Vennbahnweg im Gegenlicht.

Mit Schnecke.

Die Brücke ist nicht nur sehenswert, wenn man von ihr runterschaut.

Der einzige Haken an dieser perfekten Wanderung: der fleißuge Landwirt, der sein Feld so richtig schön fruchtbar machen wollte. Das hat gestunken, das kann sich keiner vorstellen. Auch zu Hause nach dem Duschen hatte ich noch das Gefühl, diesen Gestank an mir zu haben. Beim Betrachten des Bildes kommt es mir fast hoch.


Aber wie gesagt, das war der einzige Haken. Insgesamt fast vier Stunden zügig gegangen. lecker gegessen, Sonne getankt und den Alltag für ein paar Stunden vergessen. Da war die Schule ganz weit weg...

Sonntag, 27. April 2008

Von langsamen Pferden und rasenden Radlern

Ich bin heute laufen gegangen. Musste ja mal endlich meine neuen Schuhe einweihen. Außerdem war wunderbarstes Wetter, strahlender Sonnenschein. Das wiederum birgt ein paar Problemchen. Erstens bin ich noch nicht auf Sommer gepolt und von daher sehr langsam bei hohem Gefühl von Anstrengung. Aber das ist ja mal egal, Hauptsache Bewegung. Problem Nummer 2 ist die Pferdefraktion. Normale Pferde mit normalen Reitern auf Reitwegen finde ich prima. Pferde, die neben bei an der Ampel stehen und auf grün warten, finde ich ein wenig unheimlich (die sind so groß!), aber die tun mir auch nix. Kleine Pferde, die kleine Kinder tragen und von Mama oder Papa durch den Wald geführt werden, finde ich prinzipiell niedlich. Aber es ist ab und zu schwierig dran vorbeizukommen, besonders wenn sich 4 oder mehr Familien zusammengetan haben. Die Pferdeäpfel, die den Weg säumen und drohen, unter meine neuen Schuhe zu geraten, erwähne ich mal gar nicht. Heute gab es keine berittenen Katastrophen, alles gut. Problem Nummer 3 ist die Radfahrfraktion. Zuerst wurde ich von zwei Mountainbikern, die im Affenzahn den Reitweg runterbretterten und dann den Laufweg schnitten, fast über den Haufen gefahren. Finde ich unmöglich, in dem Tempo auf einem Waldweg unterwegs zu sein, der vor Spaziergängern (mit kleinen Kindern und Kinderwagen) und Läufern nur so wimmelt. Super gefährlich, da gibt es kein Halten mehr und es kann mir auch keiner sagen, dass er bei dem Tempo kontrolliert zum Stehen kommt. Auf dem Rückweg kam mir eine Familie mit drei Kindern entgegen, ich keuchte den Berg hoch, sie bretterten runter. Alles soweit kein Problem, wenn der Mini nicht arge Probleme mit dem Lenken gehabt hätte und der Große nicht völlig darauf verzichtet hätte, die Hände am Lenker zu haben. Freihändig den Berg runter finde ich, gelinde gesagt, bescheuert. Aber Mama und Papa waren so entzückt von dem schönen Wetter, dass sie das vermutlich gar nicht mitbekommen haben. Beherztes Ausweichen auf den Reitweg hat mich davor bewahrt, umgenietet zu werden. 10 Minuten später zwei Papas mit einem Haufen Kinder auf Mountainbikes. Bergab, schnell. Leider war auch der Weg ziemlich voll, und es kam, wie es kommen musste, Frau mit Kinderwagen schert nach rechts aus, Kind 1 auf Fahrrad will ausweichen, gerät zu weit nach rechts, bleibt mit der Pedale an einem Baumstamm hängen, der unmotiviert am Wegesrand rumliegt und geht über den Lenker. Kind 2 auf Fahrrad ist zu schnell, kann nicht bremsen, kann nicht ausweichen, fliegt ebenfalls auf die Nase. Die beiden Papas waren schon weg und wurden durch das Gebrüll dann gezwungen umzukehren. Ist zum Glück nichts weiter passiert, aber irgendwie frage ich mich dann doch, ob das sein muss. Vielleicht bin ich ja zu vorsichtig, aber wenn ich bergab fahre, auf belebter Strecke, dann rechne ich damit, dass die Leute mal im Zickzack laufen oder mal stehen bleiben und reduziere mein Tempo so, dass ich jederzeit noch bremsen kann. Volle Kanne laufen lassen geht nur, wenn’s einsam ist. Meine Meinung.

Trotzdem bin ich froh, dass ich laufen war. Obwohl meine Laufpartnerin mal wieder abgesagt hatte…

Donnerstag, 24. April 2008

Schritte

Laufschritte: wir haben eine Lehrer-Laufgruppe, seit drei Wochen reden wir nicht nur drüber, sondern tun es. Schon drei Mal sind wir gemeinsam gelaufen. Immer relativ kurze Strecken, aber für mich recht schnell, und außerdem ist das ausbaufähig. Mal zu fünft, mal nur zu dritt, aber bisher hat's geklappt.
Ich habe diesen Monat zwei oder drei Läufe pro Woche hingekriegt. Das finde ich schonmal gut.
Außerdem habe ich seit heute neue Schuhe. Der Zahn der Zeit nagte an den anderen, nicht unzählige Kilometer, sondern das Alter haben der Dämpfung den Garaus gemacht. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich dieses Paar nicht wegen Altersschwäche, sondern wegen zu vieler Kilometer ausrangiere.

Fortschritte: ich habe ein bisschen abgenommen. Zwar nur 2 Kilo, aber immerhin. Der mal wieder dringend notwendige Rundumschlag beim Arzt ergab super Blutwerte. Weiter so.

Rückschritte: trotz der besten Vorsätze hat mich der Abi-Stress erwischt. Vor lauter Anspannung habe ich einen Lippenherpes gekriegt und zwei Tage völlig neben mir gestanden. Meine Finger sind aufgeknibbelt. Immerhin ist der Kram jetzt fertig und ich bin sehr gespannt, was der Fremdkorrektor daraus macht.

Im Moment ist mein großes Vorbild Beppo Straßenkehrer (aus Momo von Michael Ende):

"Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. [...] Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man stengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. [...] Man darf nie an die ganze auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. [...] Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. [...] Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. [...] Das ist wichtig." (Michael Ende. Momo. Stuttgart: Thienemanns Verlag 1973. S. 36-37.)

Mein nächster Schritt: die Tests der 10er. Und dann mal sehen. Aber dass korrigieren Freude macht kann ich mir nicht vorstellen...

Samstag, 12. April 2008

Langweiliger Alltag

Ich habe lange nichts geschrieben, weil irgendwie nichts Spannendes passiert ist. Nach der Schneewanderung war erst einmal kein Laufen möglich, weil ich mir eine fiese Blase gelaufen habe, die auch unter Spezial-Pflaster erst nach Tagen abheilen wollte. Und seit Ferienende ging es in der Schule richtig rund. Trotzdem habe ich es geschafft recht regelmäßig laufen zu gehen (kleine Runden), Krafttraining zu machen, vernünftig zu essen. Aber es war nichts bemerkenswert, eigentlich. Seit gestern liegen hier Abiturklausuren, und die sind der Anfang eines wahren Korrekturmarathons. Von daher wird es hier auch wohl weiterhin ziemlich ruhig bleiben.

Dienstag, 25. März 2008

Schnee

Ich dachte mir "wenn schon Schnee, dann richtig" und bin mit meinem Onkel und meiner Tante in die Eifel gefahren, ins Kalltal. Dagegen ist das bisschen Schnee, was in Aachen noch rumliegt, ein Witz. Wir haben einen Mega-Schneespaziergang gemacht.


Man konnte noch erkennen, wo der Weg langging, aber es war alles dick verschneit.

So richtig kalt war es nicht, aber kalt genug für Eiszapfen.

Wir sind ein Teilstück des Eifelsteigs gelaufen. Irgendwann mittendrin fing es so richtig fett an zu schneien.

Bis hierhin war vor uns schon jemand gekommen und hatte dann wohl keine Lust mehr.


Wir wollten uns aufwärmen und was trinken. Auf Schnee war hier wohl auch niemand mehr eingestellt. Zum Glück gab es drinnen auch noch Tische.



Frisch gestärkt haben wir dann einen Schneehasi gebaut.


Irre, oder?

Das war auch ungefähr das erste Mal in diesem Jahr, dass der Schnee zum Schlittenfahren reichte.

Wolken und Sonne.
Wir sind dreieinhalb Stunden durch den Schnee gestapft. Hat Spaß gemacht. Und jetzt bin ich KO!