Freitag, 25. Juni 2010

MIt und ohne Pflaster



Ja ja, so ein Pflaster ist schon ein ganz schön kommunikativer Gegenstand. Ich war heute nur mal kurz in der Apotheke und beim Bäcker, und wurde prompt gefragt, was ich denn gemacht hätte. Schön, dass sich die Mitmenschen um einen sorgen.
In der Apotheke war ich, weil ich eine Alternative zu dem weißen Ungeheuer brauchte. Das ist mir nämlich viel zu hoch und drückt. Und die Streifen, die ich aus dem Krankenhaus mitbekommen habe, sind so schmal, dass mir entweder die Plastikdinger oder die Narbe unter den Klebestreifen geraten, und das geht gar nicht. Oben ohne geht auch nicht, finde ich. Oder sollte man aus den bunten Plastikteilen eine Art neuen Modeschmuck kreieren?

Ich habe jetzt 5 m Hansaplast, sollte erst einmal reichen.

Im Gegensatz dazu ist der Blumenstrauß, den mir meine Kollegen geschenkt haben, ein richtig schöner Anblick. Dazu noch eine Karte und ein Buchgutschein, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Hat mich riesig gefreut.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Frankensteins Monster

Donnerstag, 23. Juni 2010

Bin gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden. Puh! Leider hatte da das WLAN nicht funktioniert, deshalb konnte ich mich von da nicht melden.

Die Nacht auf Montag war nicht der Hit. Bis 5.00 ging es, dann nicht mehr. Nervös. Und wie. Bin zu KH gefahren, habe auf meiner Station eingecheckt, bekam sexy Thrombosestrümpfe, ein richtig sexy rückenfreies OP-Hemd und die Scheiß-egal-Pille und kann nicht behaupten, eine Wirkung gespürt zu haben. Ich war völlig klar die ganze Zeit, habe vergeblich gewartet, dass eine Wirkung einsetzt, mich nett mit den Schwestern und den Narkoseärzten unterhalten und gewartet, dass es endlich losgeht. Keine Ahnung, wie die darauf gekommen sind, dass ich nervös bin. Erst das Beruhigungsmittel intravenös hat's gebracht.

Irgendwann wurde ich wieder wach und wurde auf mein Zimmer gebracht. Stefan war zum Glück die ganze Zeit da, sodass ich nicht alleine war. Ich bin unsicher, wie ich den Tag verbracht habe, dösend, schätze ich. Ich konnte sprechen, das fand ich schonmal gut, ich konnte atmen, irgendwann durfte ich was trinken, später Joghurt essen, noch später ein Brot. Das ging nicht so richtig gut, weil das Schlucken irre wehtat. Von der Intensität her wie eine fette Halsentzündung, aber halt nicht von innen, sondern von außen. Gegen 17.00 kam der Chefarzt und sagte, dass alles gut ist. Da ist mir erst einmal ein Stein vom Herzen gefallen. Wobei ich spannenderweise den Tag über gar nicht mehr nervös war, weil sich das irgendwie einseitig anfühlte. Als ob links ein großes und rechts ein kleineres Loch wäre. Gutes Zeichen.

Die Nacht war der totale Horror. Ich habe gefühlt gar nicht geschlafen, weil das KH Aufnahme hatte und andauernd Betrieb war. Das Telefon klingelte ständig, ständig drückte einer nach dem Pfleger (und da mein Zimmer nicht ganz weit weg von seinem Raum war, habe ich natürlich alles gehört). Irgendeine blöde Kuh latschte auf Holzclogs über die Station (zumindest hörte sich das so an), und jedes Mal, wenn ich gerade weggedöst war, war wieder was. Der Drainage-Beutel, der da aus mir raushing, hat auch nicht geholfen. Außerdem wusste ich nicht so recht, wie ich liegen sollte. Hat natürlich auch nicht geholfen, dass ich irgendwie halbwegs ausgeschlafen war, weil ich ja den ganzen Tag rumgelegen hatte.

Dienstag beim Frühstück habe ich den Fehler gemacht zwei Tassen Kaffee zu trinken. Der war schön stark. Wobei das alleine nicht erklärt hat, wie es mir ging. Wie eins A Nervosität, bisschen schneller Herzschlag, eine extrem gute Verdauung, der Wahnsinn. Dabei war ich überhaupt nicht angespannt. Bei der Visite abends meinte der Chefdoc dann, dass bei der OP jede Menge Schilddrüsenhormon freigesetzt wurde. Das erklärt einiges. Und überdosieren möchte ich das Zeug nun wirklich nicht. Ansonsten plätscherte der Tag so vor sich hin. Ich habe gelesen, vergeblich versucht ins Internet zu kommen, meine Tante war da, Stefan war da. Ich bin die ersten Schritte spazieren gegangen, habe lecker gegessen (das Essen war super). Abends habe ich noch was gelesen und bin dann mit Ohrenstöpseln sofort eingeschlafen.

Mittwoch durfte ich dann zu Fango und Massage. Eine Wohltat! Und ja, so verspannt war ich noch nie. Von der Lagerung bei der OP, von der Schonhaltung, ganz übel. Meine Eltern waren da, Stefan, wir sind nett Kaffee trinken gegangen und eine Runde um den Block. Ging. Abends habe ich dann alleine Fußball geschaut. Da ging es mir nicht so toll. Irgendwie war die Erleichterung weg und der Schmerz da. Ich wusste kaum mehr, wie ich sitzen oder liegen sollte. Bin dann irgendwann eingeschlafen, aber ab 3.00 war die Nacht zu Ende. Heute noch einmal Fango und Massage, der erste Blick auf die Narbe. Urgs. Ich sehe aus, geht gar nicht. Nicht nur dass alles blau ist, es hängen auch noch zwei Plastiknöppel raus, mit denen wohl die Fäden fixiert sind. Also wieder Pflaster drüber.

Und jetzt bin ich zu Hause. Und wenn ich noch länger überlege, fallen mir bestimmt noch ein paar Anekdoten ein.

Ich muss aber erstmal zum Hausdoc gleich, wegen der Krankschreibung. Und hoffe, dass ich noch ein paar Massagen verschrieben kriege.

Sonntag, 20. Juni 2010

Morgen also

Morgen ist es endlich soweit, morgen werde ich operiert. Ich sehe dem mit sehr gemischten Gefühlen entgegen, ist ja klar. Einerseits bin ihc froh, den Klotz im Hals dann endlich loszuwerden und Gewissheit zu haben. Andererseits habe ich tierische Angst. Vor der OP, vor dem Danach, davor, dass es Krebs ist, davor, dass bei der OP was scheifgeht... Und anders als bei einer akuten Blinddarm-OP geht es mir ja gerade nicht schlecht.
Ich fand die letzten Wochen extrem anstrengend, weil ihc leider dazu neige mir einen Kopf zu machen und mir das Schlimmste auszumalen. Dazu kam der übliche Schuljahresendstress, Klausuren, Abitur, was auch immer. Auch ohne die anstehende OP wäre ich einigermaßen ferienreif, was das alles auch nicht einfacher macht.
Bitte Daumen drücken! UNd hoffentlich bis bald, mit guten Nachrichten.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Und weiter warten

Der Termin heute wurde auf Dienstag verschoben. Auf die Frage nach einem OP-Termin hieß es "14. Juni". Da will ich aber nicht, mag nicht meinen Geburtstag (16.6.) im Krankenhaus verbringen, außerdem ist da die Prüfungswoche fürs Abi. Und wenn ich eh schon so lange warten muss, kommt es auf die eine Woche jetzt auch nciht mehr an. Also komme ichi am 21.Juni unters Messer. Wenn nicht wieder was dazwischenkommt. Wie ich das bis dahin aushalten soll weiß ich nicht. Aber muss ja, in anderen Krankenhäusern geht es auch nicht schneller. Habe zumindest in einem weiteren angerufen. Wäre das auch so, wenn man sicher Krebs hätte. Schreckliche Vorstellung...

Dienstag, 25. Mai 2010

Der Doc heute...

... hat auch nichts anderes gesagt als der Doc beim letzten Mal. Im Befund steht "Malignität kann nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden." Knoten ist "hormonell inaktiv", wird also wohl weiterwachsen, empfohlen wird "mittelfristig operatives Vorgehen mit histologischer Abklärung des Knotenbefundes".

Das "kann nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden" macht mich etwas panisch, das "mittelfristig" relativiert das wieder ein wenig. Er hat versucht mich ein wenig zu beruhigen, mit eher mäßigem Erfolg. Aber das liegt wohl in meiner Natur, dass ich mir über alles einen Kopf mache. Von daher will ich das schnell hinter mir haben.

Woher das kommt weiß kein Mensch. Genetische Veranlagung, Zufall,...

Weiteres am Donnerstag.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Auf ein Hoch folgt ein Tief

Irgendwie ist 2010 bisher nicht mein Jahr. Ich hatte mich Anfang März auf eine reizvolle Stelle beworben (in der Lehrerausbildung an der Uni, für 4 Jahre). Am 23.4. habe ich dann erfahren, dass es nicht geklappt hat. Also fast zwei Monate gewartet, überlegt, ob ich das wirklich will, den Schule ist ja auch ganz schön. Sollte halt nicht sein. Hat aber Kraft gekostet.
Am Tag vorher hatte ich Routine-Check beim Hausarzt mit Schilddrüsen-Ultraschall. Statt eines "alles bestens, bis nächstes Jahr" kam "der Knoten ist größer geworden, lassen Sie mal eine Szintigraphie machen". Also habe ich in der Radiologie angerufen, recht schnell einen Termin bekommen, um dann gesagt zu kriegen, dass man für ein sinnvolles Ergebnis mindestens drei Wochen lang keine Schilddrüsenhormone nehmen darf. Das Ultraschall ergab, dass der Knoten ganz schön groß ist (4cm, mein Hausarzt hatte ihn bei 2 cm, keine Ahnung, wie solche Diskrepanzen zustandekommen). Also Termin gemacht für den 18.5., Tabletten abgesetzt und gegrübelt.
Die Szintigraphie ergab, dass ich einen kalten Knoten habe. Der ist durch Medikamente nicht zu beeindrucken, wird also vermutlich weiter wachsen. Also muss er raus. Nicht akut, aber auch nicht erst in einem Jahr oder so. Das war jetzt nicht wirklich das Ergebnis, auf das ich gehofft hatte. Ich habe am Dienstag einen ausführlichen Besprechungstermin bei meinem Hausarzt, der vermutlich auch zu nichts anderem raten kann als die Radiologen, kann mir überlegen, wo ich das machen lasse und vor allem wann. In der Schule ist Hochstressphase, ich hatte heute Abschlussprüfung 10, meine Abiklausuren sind in der Zweitkorrektur und ich werde wohl noch ein paar Mündliche machen müssen, so richtig akut ist es nicht, also wäre es wohl schwierig, das jetzt sofort machen zu lassen. Andererseits drehe ich am Rad, schlafe nicht, mache mir einen Kopf und grüble, was das wohl sein könnte, ob es wohl Krebs ist, was einem halt durch den Kopf geht, wenn man weiß, dass man einen Knoten hat, der da nicht hingehört. Und natürlich drückt es im Hals, das hilft auch nicht gerade. In der Schule ist das OK, da habe ich genug zu tun und bin abgelenkt. Schlimm ist es beim Autofahren und nachts im Bett, wenn ich versuche zu schlafen. Und dass ich nicht oder nur sehr schlecht schlafe führt natürlich dazu, dass ich körperlich ziemlich daneben bin. Vermutlich auch dadurch, dass ich die Hormone drei Wochen nicht nehmen durfte. Vorhin beim Laufen habe ich nach drei Kilometern einen Heulkrampf bekommen, weil nichts mehr ging.
Das ist mein Wonnemonat Mai. Kann nur besser werden...

Donnerstag, 13. Mai 2010

Schönwetterläuferin?

Bin ich eine Schönwetterläuferin? Bisher hätte ich ohne groß zu überlegen "ja" gesagt. Ich mag es sonnig, ich liebe blauen Himmel. Dienstag war wieder so ein Tag, an dem es geschüttet hat wie aus Kübeln und wir, statt laufen zu gehen, lieber ins nahe gelegene Forsthaus gesprintet sind, um ein Heißgetränk zu uns zu nehmen.
Heute war das Wetter auch wieder nicht so dolle. Für die Jahreszeit zu kalt. Aber ich bin laufen gegangen, und es lief richtig gut. Besser als bei Sonne (und Pollen). Gegenbeweis?