Donnerstag, 24. Juni 2010

Frankensteins Monster

Donnerstag, 23. Juni 2010

Bin gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden. Puh! Leider hatte da das WLAN nicht funktioniert, deshalb konnte ich mich von da nicht melden.

Die Nacht auf Montag war nicht der Hit. Bis 5.00 ging es, dann nicht mehr. Nervös. Und wie. Bin zu KH gefahren, habe auf meiner Station eingecheckt, bekam sexy Thrombosestrümpfe, ein richtig sexy rückenfreies OP-Hemd und die Scheiß-egal-Pille und kann nicht behaupten, eine Wirkung gespürt zu haben. Ich war völlig klar die ganze Zeit, habe vergeblich gewartet, dass eine Wirkung einsetzt, mich nett mit den Schwestern und den Narkoseärzten unterhalten und gewartet, dass es endlich losgeht. Keine Ahnung, wie die darauf gekommen sind, dass ich nervös bin. Erst das Beruhigungsmittel intravenös hat's gebracht.

Irgendwann wurde ich wieder wach und wurde auf mein Zimmer gebracht. Stefan war zum Glück die ganze Zeit da, sodass ich nicht alleine war. Ich bin unsicher, wie ich den Tag verbracht habe, dösend, schätze ich. Ich konnte sprechen, das fand ich schonmal gut, ich konnte atmen, irgendwann durfte ich was trinken, später Joghurt essen, noch später ein Brot. Das ging nicht so richtig gut, weil das Schlucken irre wehtat. Von der Intensität her wie eine fette Halsentzündung, aber halt nicht von innen, sondern von außen. Gegen 17.00 kam der Chefarzt und sagte, dass alles gut ist. Da ist mir erst einmal ein Stein vom Herzen gefallen. Wobei ich spannenderweise den Tag über gar nicht mehr nervös war, weil sich das irgendwie einseitig anfühlte. Als ob links ein großes und rechts ein kleineres Loch wäre. Gutes Zeichen.

Die Nacht war der totale Horror. Ich habe gefühlt gar nicht geschlafen, weil das KH Aufnahme hatte und andauernd Betrieb war. Das Telefon klingelte ständig, ständig drückte einer nach dem Pfleger (und da mein Zimmer nicht ganz weit weg von seinem Raum war, habe ich natürlich alles gehört). Irgendeine blöde Kuh latschte auf Holzclogs über die Station (zumindest hörte sich das so an), und jedes Mal, wenn ich gerade weggedöst war, war wieder was. Der Drainage-Beutel, der da aus mir raushing, hat auch nicht geholfen. Außerdem wusste ich nicht so recht, wie ich liegen sollte. Hat natürlich auch nicht geholfen, dass ich irgendwie halbwegs ausgeschlafen war, weil ich ja den ganzen Tag rumgelegen hatte.

Dienstag beim Frühstück habe ich den Fehler gemacht zwei Tassen Kaffee zu trinken. Der war schön stark. Wobei das alleine nicht erklärt hat, wie es mir ging. Wie eins A Nervosität, bisschen schneller Herzschlag, eine extrem gute Verdauung, der Wahnsinn. Dabei war ich überhaupt nicht angespannt. Bei der Visite abends meinte der Chefdoc dann, dass bei der OP jede Menge Schilddrüsenhormon freigesetzt wurde. Das erklärt einiges. Und überdosieren möchte ich das Zeug nun wirklich nicht. Ansonsten plätscherte der Tag so vor sich hin. Ich habe gelesen, vergeblich versucht ins Internet zu kommen, meine Tante war da, Stefan war da. Ich bin die ersten Schritte spazieren gegangen, habe lecker gegessen (das Essen war super). Abends habe ich noch was gelesen und bin dann mit Ohrenstöpseln sofort eingeschlafen.

Mittwoch durfte ich dann zu Fango und Massage. Eine Wohltat! Und ja, so verspannt war ich noch nie. Von der Lagerung bei der OP, von der Schonhaltung, ganz übel. Meine Eltern waren da, Stefan, wir sind nett Kaffee trinken gegangen und eine Runde um den Block. Ging. Abends habe ich dann alleine Fußball geschaut. Da ging es mir nicht so toll. Irgendwie war die Erleichterung weg und der Schmerz da. Ich wusste kaum mehr, wie ich sitzen oder liegen sollte. Bin dann irgendwann eingeschlafen, aber ab 3.00 war die Nacht zu Ende. Heute noch einmal Fango und Massage, der erste Blick auf die Narbe. Urgs. Ich sehe aus, geht gar nicht. Nicht nur dass alles blau ist, es hängen auch noch zwei Plastiknöppel raus, mit denen wohl die Fäden fixiert sind. Also wieder Pflaster drüber.

Und jetzt bin ich zu Hause. Und wenn ich noch länger überlege, fallen mir bestimmt noch ein paar Anekdoten ein.

Ich muss aber erstmal zum Hausdoc gleich, wegen der Krankschreibung. Und hoffe, dass ich noch ein paar Massagen verschrieben kriege.

1 Kommentar:

Hase hat gesagt…

Alles ist gut!! Das ist die Quintessenz dieser ganzen unschönen Erfahrung! Ich freue mich mit dir.