Samstag, 8. Dezember 2007

The Blues

Bin ferienreif. Ich wollte ja eigentlich nicht mehr jammern und mich beschweren, aber so langsam ist der Punkt erreicht, an dem nichts mehr geht. Ich habe in einer Wahnsinns-Konzentrations-Aktion zwei Stapel LK-Klausuren innerhalb von 12 Tagen durchgekloppt (neben dem normalen Alltag, wohlgemerkt, mit ganztägiger Fortbildung und langen Konferenzen) und gestern dann gemerkt, dass ich dringend mal die Notbremse ziehen muss. Wenn ich mich wegen einer Kleinigkeit tierisch aufrege und in der Schule losheule, weil mir so elend ist, ich diese Heulerei abends fortsetze und einfach nicht mehr weiß, was mit mir los ist, dann ist das auch höchste Zeit. Seelenpflege notwendig. Sportpläne gecancelt, Nudeln essen gegangen, abends ein paar Streicheleinheiten bekommen, 11 Stunden geschlafen. Jetzt geht es wieder, auch wenn ich immer noch einen Schrecken bekomme wenn ich in den Spiegel schaue. Und nächste Woche gönne ich mir zwei Massagen und einen Besuch beim Frisör. Wenn die nächsten drei Stapel Arbeiten nicht fertig werden, dann ist das eben so. Auch wenn ich gerne vor den Ferien alles wegschaffen möchte, um dann mal so richtig den Kopf frei zu kriegen.

Ganz witzig gestern: unterrichten ohne Strom. Da merkt man erst einmal, wie dunkel das in Deutschland um 8.25 noch ist. Und es wird einem schmerzlich bewusst, wie selbstverständlich man sich auf Licht und Elektrizität verlässt. Als die Lichter ausgingen, gab es erst einmal kurzes Gekreische (die 8er reagieren immer etwas heftiger als andere). Wir haben ein paar Minuten gewartet, bis dann jemand Bescheid sagen kam, dass es nicht nur eine Sicherung innerhalb der Schule, sondern ein Stromausfall in der gesamten Stadt war. Meine komplette Planung (Hörverstehensübung, Textarbeit im Buch, Wortschatz mit einer Folie) konnte ich jedenfalls in die Tonne kloppen, weil CD-Player und OHP ohne Strom nicht funktionieren und es zum Lesen effektiv viel zu dunkel war. Man konnte gerade erkennen, wer wo saß, aber mehr auch nicht. Erstaunlicherweise ging ganz viel mündlich. Vielleicht auch, weil man ja eh nichts anderes tun konnte als zuhören. Die üblichen beliebten „Nebentätigkeiten“ (wenn man keinen Bock auf Englisch hat) wie Briefe schreiben, malen, den Nachbarn mit Sachen bewerfen etc. scheitern ja auch daran, dass man nicht viel sieht. Nach und nach wurde es heller und man konnte mit dem Buch arbeiten. Nach 45 Minuten ging das Licht dann wieder an, aber diese ganz ruhige Stimmung blieb. Schön.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Advent im Wald

War ein harter Kampf, nach dem Frühstück die Laufklamotten anzuziehen und nicht wieder ins wohlig warme kuschelige Bett zu steigen. Aber was tut man nicht alles, wenn man verabredet ist. Das Wetter: zum Abgewöhnen. Ich mag keinen Regen, und ich mag Sturm auch nur, wenn ich drinnen sitze und rausgucke. Egal. Der große Vorteil: nix los im Wald. Die paar Leute, die unterwegs sind, grüßen extra freundlich. Auch schön: ich kriege ganz gut Luft. Keine Ahnung, was das gestern war, aber heute ist es weg. Wir laufen so vor uns hin, biegen auf die mittlere Runde ab. Kleines Highlight am Wegesrand: der Weihnachtsbaum. Irgendjemand schmückt diesen wunderschön gewachsenen Nadelbaum jedes Jahr mit bunten Kugeln (im Frühjahr mit Ostereiern). Muss beim nächsten Mal den Fotoapparat mitnehmen. Letztes Jahr sah er so aus (war leider schon sehr dunkel):

Nass aber zufrieden komme ich zu Hause an. Genieße die heiße Dusche, freue mich, dass ich mich aufgerafft habe. Und freue mich auf den nächsten Lauf bei Tageslicht am nächsten Wochenende…

Samstag, 1. Dezember 2007

Wieder besser

Komischer Tag heute. Eigentlich muss ich ja korrigieren. Eine Klausur habe ich heute früh geschafft, aber die war zum Haare raufen. Bin dann laufen gegangen, aber das war auch keine reine Freude. Irgendwie habe ich keine Luft gekriegt, keine Ahnung, woran das lag. Vielleicht ist der schokoladen- und printengeschwängerte Duft in Aachen daran schuld. Egal, wir haben dann das Tempo rausgenommen und sind die Runde zu Ende gelaufen (knapp 7 km).

Dann kam das Abenteuer einkaufen. Himmel und Menschen in der Stadt. Weihnachtsmarkt halt. Aber ich musste eine Maus kaufen, weil mich dieses rote Dings an meinem Laptop in den Wahnsinn treibt und außerdem Konzertkarten abholen. Danach weiterkorrigiert.

Dann Abenteuer Supermarkt. Leute ohne Ende. Einkaufen, als wenn es kein Morgen gäbe. Wenn ich nicht so genervt gewesen wäre, hätte ich mich weggeschmissen vor Lachen über die Typen. Wenn man mal Langweile hat, sollte man sich einfach mal ’ne Stunde oder zwei in einem großen Supermarkt aufhalten und Leute gucken. Dramen spielen sich ab, Ehekrisen, Erziehungskrisen. Der Kampf um den letzten frischen Kopfsalat. Leergefegte Nudelregale. Deos ausverkauft. Bewundernswert, wie fröhlich und freundlich die Dame an der Kasse noch war. Danach weiterkorrigiert. Ich brauche für eine Klausur echt 70 Minuten. Und das ist sooo anstrengend. Noch 15, die bis Freitag fertig müssen. Wie???

Abends sind wir dann schön essen gegangen, Jahrestag feiern. Und jetzt sitze ich mit einem Sekt auf der Couch. Ein Hochlied auf die moderne Technik, kabellos und so. Appetit wieder da (back with a vengeance), Kopfschmerzen weg, alles wird gut.

Und gestern hat der geplante Sommerurlaub konkretere Formen angenommen. Wenn doch schon Sommer wär'...

Donnerstag, 29. November 2007

Rückschlag

Das ist nicht meine Woche. Habe mir irgendwas eingefangen, das Übelkeit verursacht, heftig Kopfweh und ein unendliches Schlafbedürfnis. Wenn ich so mitkriege, wie zurzeit ein Magen-Darm-Virus die Schüler in meiner Klasse reihenweise umhaut, bin ich offenbar noch recht glimpflich davongekommen. Kein Appetit (ich!), kein Bewegungsdrang, kein Sport. Ich gehe aber mal davon aus, dass es ab sofort nur noch besser wird. Muss. Ich muss korrigieren, am besten Tag und Nacht. Und heute wollte ich Schokolade. Eindeutiges Zeichen der Besserung!

Sonntag, 25. November 2007

Längster Lauf in diesem Jahr

Bin13,8 km gelaufen in 1:44. Der längste Lauf in diesem Jahr! Ab Kilometer 12 habe ich mich gequält, irgendwie hatte ich Schmerezen im rechten Oberschenkel. Aber ich bin stolz wie Bolle, dass ich mich endlich mal wieder an die langen Läufe rantaste. Und nach einem heißen Bad und dem einen oder anderen Bissen zu essen geht es mir fast wieder gut.

Rückblick auf die Sportwoche:

2 Läufe, 23,4 km, 2:56

1 Mal Krafttraining, 16 Wdh., 20-25km

Meine Jeans gehen auch wieder zu. Bequem ist anders, aber immerhin klaffen keine Zentimeter mehr zwischen Knopf und Loch. Dranbleiben!

Mittwoch, 21. November 2007

Dunkelläufe sind cool

Doch, schon irgendwie. Da ich immer nur einen relativ kleinen Ausschnitt des Wegs sehe und es auch im Dunkeln relativ matschig und relativ uneben ist, muss ich langsam laufen. Komme weiter. Und dabei standen zwei meiner letzten drei Läufe unter keinem guten Stern. Letzte Woche Dienstag hat es geschüttet wie aus Kübeln und es hat nur so gespritzt beim Laufen, aber wir haben uns durchgebissen. Sonntag war ich dezent unausgeschlafen und hatte ein ziemlich anstrengendes Wochenende in den Knochen (Methodensymposion in Hameln– das war nur genial!), wollte eigentlich nur noch ins Bett, war aber verabredet. Wurde dann der erste 10er seit langem. Und heute wieder. Sonntag will ich aber trotzdem noch einmal im Hellen laufen.

Sonntag, 11. November 2007

Schule in Bewegung

Projektwoche. Mit 30 Schüler/innen bewegten wir uns. Es gab einen Versuch einer Entspannungsübung, der aber aufgrund der Tatsache, dass sich einige nicht darauf einlassen konnten, mit sehr viel Anspannung endete. Außerdem gab es jeden Tag „gesundes“ Essen.

Montag war Walking/Jogging angesagt. Die Strecke führte um eine ehemalige Kohlegrube, ist echt nett angelegt. Auch das Wetter spielt mit. Ich bin eine halbe Runde gelaufen (ca. 2 km), dann anderthalb Runden zügig gegangen, weil ich die Kids zusammenhalten musste und die meisten nicht mehr konnten. (Nachmittags war ich noch mit einer Freundin zum Badminton verabredet).



Dienstag stand Eislaufen auf dem Programm. Auch das hat den meisten viel Spaß gemacht. Mir auf alle Fälle, die ersten Schritte waren zwar etwas unbeholfen, aber irgendwann ging’s. Fast noch besser als Inlinern, weil man schon irgendwie wendiger ist.

Mittwoch waren wir Badminton spielen. Auch das hat Spaß gemacht. Aufgrund einer Auseinandersetzung mit drei Schülern konnte ich jedoch nur 45 Minuten spielen.

Donnerstag hat eine Hälfte der Gruppe einen Karate-Schnupperkurs gemacht. Die andere Hälfte hat Fußball gespielt, gar nicht meins. Ich bin mehr so zwischen den Hallenteilen hin und her gewuselt und konnte mich nicht so richtig darauf einlassen. Als Nervennahrung gab es dann Waffeln.

Freitag waren wir Klettern. Schade, dass die mit der größten Klappe nur dämliche Bemerkungen gemacht haben, aber nicht zu bewegen waren, es auch einmal zu probieren. Die anderen hatten ihren Spaß. Ich auch. Habe mich auch getraut, den Fotoapparat mal mit hochzunehmen.


Fazit: eine mehr oder weniger sportliche Woche. Eine Herausforderung, 34 Kinder aus den Jahrgangsstufen 6-11 (von denen ich etwa 15 vorher kannte) unter einen Hut zu bringen. Ich fand die Woche wesentlich anstrengender als normalen Untericht, aber irgendwie auch schön. Man lernt die Kinder mal von einer anderen eit ekennen, und es erhöht den Coolness-Faktor ungemein, wenn man Karate kann (meine Kollegin) oder man selbst eben beim Klettern keine Angst hat und nach oben kommt.

Zum Laufen oder Krafttraining hatte ich dann nachmittags keine Lust mehr, was aber auch daran lag, dass es seit Donnerstag fast ununterbrochen geschüttet oder geschneit hat. Wenn dann noch die Verabredung ansagt, bin ich zu wenig konsequent dennoch vor die Türe zu gehen.