Darwin ist eigentlich relativ unbemerkenswert. Eine nette Stadt im Northern Territory, im Vergleich zu den Städten an der Westküste tobt hier das Leben. Im Vergleich zu Sydney ist eher tote Hose. Wir hatten Darwin aber nur als Ausgangspunkt für unsere dreitägige Tour genommen. Mit wilderness adventures (http://www.wildernessadventures.com.au/) sollte es in den Kakudu National Park gehen.
Kakdu National Park
Tag 1: wir wurden gegen 6.30 abgeholt, haben die letzten Formalitäten geklärt und die Mitreisenden abgeholt. War eine kleine Gruppe, 9 Leute (wir, noch zwei deutsche Mädels, ein Paar aus Irland, drei Australier/innen). Unser „Zuhause“ für die nächsten drei Tage war ein Geländewagen, sehr kuschelig (8 Leute hinten, 2 vorne, Anhänger für Gepäck und Essen).
Der erste Stopp war Corroboree Billabong, wo wir eine ca. 90-minütige Bootsfahrt gemacht habe.
Wow, Krokodile, jede Menge Vögel, jede Menge Gegend, alles relativ unberührt, klasse!
Unterwegs gab es eine weitere Stelle, an der man Krokodile sehen konnte. Den Moment, als das Krokodil die Straße überquert hat, habe ich zwar gesehen, aber nicht fotografieren können.
Danach ging es zu Ubirr Rock, wo man Aboriginal Rock Art (hier mal ein Bild, um eine Vorstellung zu bekommen) besichtigen konnte. Dazu gab es eine Wahnsinnsaussicht vom Ubirr Rock auf die floodplains und Arnhem Land.
Danach noch einen kurzen Abstecher zu Yellow Waters.
Abends war ich dann sehr gespannt auf den „minimal facilities campground“. Es gab Toiletten und Duschen, und wir haben am offenen Feuer gekocht und in Swags geschlafen. Ein Swag wird benutzt, um ohne Zelt draußen zu schlafen. Man hat eine Schaumstoff-Matratze, und die wird von einem Sack aus Segeltuch (Canvas) umgeben, man legt sich also in den Sack auf die Matratze und ist somit gut geschützt. Tagsüber wird das Ding einfach aufgerollt und ist damit gut transportabel. Das Problem war bloß, dass es ziemlich warm war. Im Swag (oder gar noch im Schlafsack) ist man Hitzetode gestorben, ohne wurde man von den mozzies (Moskitos) gefressen. Die waren echt hungrig, die gesamte unter uns vorhandene Palette von insect repellents konnte nicht viel ausrichten. Und selbst wenn die Mozzies dann die mit Autan getränkte Haut nicht mochten, haben sie garantiert eine andere Stelle gefunden, die man nicht erwischt hatte. Im Zweifelsfall dann halt Augenlider oder Lippen (zum Glück nicht bei mir, aber bei einer Mitreisenden). Ich hatte 20 Stiche allein am rechten Oberarm (und nicht nur da), und da hat man lange was von (es juckt zwar heute, 2 Wochen später, nicht mehr, aber die Einstiche sind noch zu sehen). Fotos vom Lager habe ich leider keine, da war ich so hungrig und müde, dass ich das glatt vergessen habe.
Tag 2: Dieser Tag war ein sportlicher Tag, wir sind nämlich zur Spitze des Jim Jim Falls gewandert. Eine
Aber oben wurde man mit einer himmlischen Aussicht belohnt.
Außerdem konnte man im Plunge Pool oben ganz prima schwimmen gehen. Kristallklares Wasser, schön kühl, einfach herrlich.
Unser Guide hatte außerdem Brot und Belag hochgetragen, sodass wir uns stärken konnten. Der Weg runter war ebenso fordernd (ich habe es ja nicht so mit bergab klettern), das hat mich schon an meine Grenzen gebracht. Das war stellenweise dann nicht mehr schön.
Nachmittags gab es dann die Twin Falls, da ist das Baden verboten, zum einen, weil es Krokodile gibt, und zum anderen, weil dort Schildkröten leben, die geschützt werden sollen. Trotzdem super schön da, vor allem die kurze Bootfahrt dahin war atemberaubend. Auf dem letzten Bild ist eine Schildkröte. Ich weiß, dass sie da ist!
Abends haben wir dann Zelte aufgebaut, um uns vor den hungrigen Biestern zu schützen. Hätte auch fast geklappt, wenn meine Freundin nicht aufs Klo gemusst hätte. Sie war nämlich im Halbschlaf und hat das Zelt offen gelassen…
Kleiner Termitenhügel:
Am dritten Tag waren wir in Maguk, zum Natur genießen und schwimmen. Unten gab es Krokodile, oben wieder mal eine Wahnsinnsaussicht und nette Pools. Sehr klasse.
Den Sonnenuntergang konnten wir mit Blick auf die Marrakai Floodplain genießen. Klasse! Abends ging es dann zurück nach Darwin, und wir sind nach einer wohlverdienten Dusche noch ein Bier trinken gegangen.
Sehr empfehlenswert, die Tour. Eigentlich sind mir geführte Touren ja ein wenig suspekt, aber hier war das echt das Beste, was man machen konnte. Rundum sorglos, weil klar ist, wo es schön ist, wie man dahin kommt (unbefestigte Straßen, über die ich mich selbst mit einem 4WD nicht trauen würde), wo man übernachtet, was es zu essen gibt, was eventuell gefährlich sein könnte, weil man überall das Wesentliche erklärt bekommt, immer jemanden dabei hat, den man mit Fragen löchern kann…. Und die Leute, die mit waren, waren echt nett. Glück gehabt.
5 Kommentare:
Fernweh, Fernweh, Fernweh.... die Fotos sind sooo toll.
Auch wenn es mich bei den Krokodilen (und den Warnschildern) doch ganz erheblich gruselt. Brrrr.
Aber sag mal, ihr wart ja überall? Wie lange wart ihr denn dort? Osten, Westen, Norden, mittendrin.... war das nicht auch ein bisschen stressig?
Wir waren fünf Wochen unterwegs, aber bis ganz in den Norden hoch nach Darwin sind wir nicht gekommen, Cairns war das Nördlichste, und in den Westen sowieso nicht. Dafür sind wir aber die Südküste ein Stück entlanggefahren (da haben wir auch die Koalas gesehen).
Wie waren 4 1/2 Wochen unterwegs. Ca. eine Woche im Osten (Wyong, bei Sydney, weil meine Freundin da vor 16 Jahren als Austauschschülerin war und wir ihre Gastfamilie besucht haben). Das war sehr stressfrei, weil ihre Gastmum sich super um uns gekümmert hat. Danach sind wir nach Perth geflogen und mit dem Bus die Westküste hochgefahren (weil meine Freundin die Ostküste schon kannte und für mich eh alles neu war). Das war zum Teil schon ganz schön stressig, weil die Busse eben doof fuhren und wir zum Teil wenig bis gar keinen Schlaf gekriegt haben. Dafür haben wir uns aber in Broome entspannt. Und von da aus sind wir wieder nach Darwin geflogen, weil wir uns die 24 Stunden Busfahrt nicht antun wollten. Auch von Darwin nach Alice Springs und von da wieder nach Sydney sind wir geflogen. Damit war das gut machbar. Auch dadurch, dass wir eben nicht selbst gefahren sind. Mit Campingbus auf eigene Faust oder nur mit Greyhound wären wir auch nicht so weit gekommen. Wie seid ihr denn damals gereist?
Das klingt schon nach sehr viel Programm, das ihr da abgeklappert habt! Aber es hat sich ja total gelohnt. :o)
Ich habe Freunde, die in Melbourne wohnen. Dort sind wir damals auch angekommen und ein paar Tage geblieben, und ein bisschen die Südküste entlanggefahren. Dann ging es mit dem Flieger nach Uluru bzw. Alice Springs. Dann wieder mit dem Flieger (glaube ich... ich weiss es gar nicht mehr so genau) nach Cairns, und erneut mit dem Flieger nach Sydney, und wieder zurück nach Melbourne, von wo aus wir auch wieder abgereist sind.
Was mich irre traurig gemacht hat, war die ganze Situation der Aborigines. Es ist so endlos traurig, wie die teilweise im Alkohol dahinvegetieren, weil sie irgendwie nicht so recht wissen, wo sie hingehören. Denen ging es gut, bevor der white man kam und gemeint hat, er müsste ihnen jetzt zeigen, wo es lang geht.... aber das ist eine lange und komplizierte Geschichte.
Aber Hallo! Da hat Hasi verdammt reicht: ihr habt ein irres Programm abgeklappert. Wenn man bedenkt, dass ich in Europa in 45 Jahren noch nichtmal in der Hälfte aller Erdteile war und ihr ganz Australien in weniger als 5 Wochen "mitgenommen" habt ... ;o)
Wieder tolle Bilder übrigens - wobei ich mit den Moskitos mehr Probleme gehabt hätte. Bei diesen Viechern werde ich selber zum Tier.
Ganz Australien ja nicht, uns fehlt noch die Ostküste. Und der Süden. Und ich hätte jederzeit überall auch noch länger bleiben können. Was heißt, dass ich dringend da nochmal hin muss, irgendwann, wenn ich wieder Geld habe.
Ich bin ja schon heilfroh, dass ich auf die scheiß Moskitos nicht so allergisch reagiere wie auf die deutschem Bremsem. Dann hätte ich aber richtig Spaß gekriegt. Lustig fand ich das auch nicht, aber ich hätte jetzt nich gewusst, wie ich die Stiche hätte verhindern können. Zumindest sind sie in Australien in der Regel nicht Überträger irgendwelcher fieser Krankheiten. Manche Stiche jucken immer noch *kratz*.
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